Umfangreiches Maßnahmenbündel für UDI-Bioenergieanlagen - Anleger verschaffen sich eigenen Einblick in die Bioenergieanlagen

Vor wenigen Wochen, am 10. Mai, hatten UDI Anleger aus mehreren UDI-Zinsprodukten eingeladen, zwei Bioenergieanlagen zu besichtigen. Zwar liegen die beiden Bioenergieanlagen nur rund 20 Minuten entfernt in derselben Region, ihre Funktionsweise und Historie sind jedoch sehr unterschiedlich: Die Biogasanlage Nemsdorf wurde vor rund zehn Jahren als reine Verstromungsanlage mit einem Blockheizkraftwerk (500 kW Nennwert) erbaut. Sie erzeugt über das Blockheizkraftwerk Strom, der ins Netz eingespeist wird. Erst vor zwei Jahren errichtete die UDI Bioenergie GmbH die Biogas-Einspeiseanlage in Erdeborn (Nähe Halle) mit 2.500 kW. Diese Anlage ist nicht nur deutlich moderner und größer, sondern speist aufbereitetes Biogas ins Erdgasnetz ein, liefert also planbar speicherbare Energie in Form von Gas.Ulrike Baierlein, bei UDI seit vielen Jahren für die Anlegerbetreuung und die Betreuung von KG-Fonds zuständig, erläuterte zusammen mit dem Experten vor Ort, dem Geschäftsführer der OCS-Dienstleistungs-GmbH und Betriebsleiter der Biogasanlage (BGA) Erdeborn, Herr Kübler, die jeweilige Funktionsweise und Unterschiede der Anlagen und beantwortete die sehr interessierten und detaillierten Fragen der angereisten Anleger.

Nemsdorf entstand vor mehr als 10 Jahren in einer Zeit, in der am Markt eine Biogas-Euphorie herrschte. Bioenergie wurde damals neben Wind- und Solarenergie als dritte starke Säule propagiert und gefördert. In den Folgejahren setzte im Markt etwas Ernüchterung ein. Eine Reihe Hersteller und Generalunternehmer hielten nicht die Qualitätsversprechen und garantierten Leistungen ein, einige gingen insolvent. Darunter auch namhafte Hersteller wie Schmack Biogas Ende 2009. Die Insolvenzen trafen auch einige in Bau befindliche Anlagen. Nur mit finanziellen Mehraufwänden konnten in diesen Fällen andere Hersteller und Generalunternehmen die Anlagen fertigstellen. Gewährleistungen gegenüber den Generalunternehmern waren durch die Insolvenzen plötzlich nicht mehr werthaltig. Das traf auch Kleinanleger, die in diese Anlagen investiert hatten. Durch den Boom gab es auch einen Ausbildungsmangel bei Biogasanlagenführern. Oft war die Lösung, dass die für die Substratversorgung zuständigen Landwirte die Anlagen betreiben sollten. Jedoch stellte sich heraus, dass die Komplexität aus dem Zusammenspiel der richtigen Mischung von Substraten, der Biokulturen (Methan erzeugende Bakterien) und der Anlagentechnik hoch ist. Deshalb wird heute die Betreuung der Anlagen in die Hände speziell ausgebildeter und erfahrener Fachfirmen und -kräfte gelegt.

Professionalisierung der Bioenergie-Branche
Inzwischen ist die Bioenergiebranche deutlich professionalisiert, der Markt wurde bereinigt. Die guten Hersteller haben sich herauskristallisiert, ebenso spezialisierte Betreiberfirmen. Die Erfahrungswerte kommen vorrangig neuen Anlagen zugute. Aber auch Bestandsanlagen werden nach und nach im Rahmen von Ersatz- und Reparaturbedarfen auf heutige Marktstandards gebracht und Komponenten neuer Hersteller eingebaut.

Der Zuwachs im Bereich Bioenergie erfolgte in den letzten Jahren vor allem durch moderne Biogas-Direkteinspeiseanlagen. Diese Entwicklung zeigte Herr Kübler beim Besuch der UDI-Bioenergieanlage Erdeborn auf – eine moderne und große Anlage, die Biomethan erzeugt, aufbereitet und ins Erdgasnetz einspeist. Neue Anlagen heben sich klar in ihrer Größe von älteren Verstromungsanlagen ab. Sie wurden nach modernen industriellen Maßstäben und Qualitätsstandards gefertigt. UDI hat bei diesen Anlagen die Betriebsführung von Anfang an erfahrenen, professionellen und sehr gut organisierten Partnerfirmen übergeben. Bei diesen Anlagen bewegt sich die Gesamtperformance der Anlagen in der Regel auf einem sehr guten Niveau.

Umfangreiche Bestandsanalyse und Maßnahmenpaket – Nachinvestitionen
Die te management-Gruppe (Aschheim/München) hat im letzten Jahr die UDI GmbH und weitere UDI-Gesellschaften übernommen. Mit Übernahme wurde auch ein intern und extern besetztes Expertenteam beauftragt, die technischen und wirtschaftlichen Themen im Bereich Bioenergie zu analysieren. Viele Anlagen, gerade Verstromungsanlagen aus den Jahren 2005 bis 2010, zeigen nach mehreren Betriebsjahren eine unerwartet hohe Abnutzung und Verschleißerscheinungen. Das jetzt aufgelegte Sonderbudget zu Ertüchtigung dieser Anlagen soll diesen Zustand verbessern. Durch technische Maßnahmen soll insgesamt die Performance und die technische Verfügbarkeit der Anlagen erhöht werden. Dazu wurde ein umfangreiches Maßnahmenpaket abgeleitet, das jetzt systematisch abgearbeitet werden soll. Dieses umfasst die Beseitigung zahlreicher technischer Mängel sowie eine organisatorische Neuaufstellung bei den Kooperationspartnern im Bereich technischer Zulieferer und Betriebsführung. Da bei UDI viele Anlagen im Bestand sind, können bei entsprechender Organisation Synergieeffekte erzielt werden. So wird die technische Betriebsführung an sehr wenige, aber bewährte, hoch professionelle und nachweislich erfahrene Partner vergeben. Als Ergebnis soll sich so die Gesamtperformance aller Anlagen auf Dauer deutlich verbessern. Die te management-Gruppe verfolgt einen professionellen industriellen, d.h. prozessoptimierten Ansatz. Ziel des Managements ist die Zufriedenheit aller Partner und Investoren. Dazu müssen Themen aus der Vergangenheit aufgearbeitet und konsequent umgesetzt werden. Das Maßnahmen- und Investitionspaket dient diesem Zweck.

Die Bioenergie-Branche kämpft aber auch mit externen Faktoren, die das Erreichen der ursprünglichen Prognoserechnungen dauerhaft belasten. Ursachen sind unter anderem auch externe, regulative Faktoren, die nicht planbar waren: So wurde durch die Düngeverordnung die Lagervorschrift für Gärreste für Anlagen ohne ausreichende Agrarflächen um 50 % von 6 auf 9 Monate Kapazität erhöht. Weitere Verschärfungen durch den Gesetzgeber für die Zukunft sind möglich. Dies führt zu erheblichen Nachinvestitionen, die bei über einer halben Million Euro je 500kW Anlage liegen. Auch die Verschärfung der Abwasserrichtlinien führt zu Nachinvestitionsbedarf. Die zusätzlichen Kosten wurden und werden teilweise mit Fremdkapital finanziert, was innerhalb der nächsten Jahre den Kapitaldienst der Projektgesellschaft gegenüber den Banken erhöht. Davon betroffen sind die Bestandsanlagen. Bei neuen Anlagen können diese Kosten in die Kalkulation und Prognoseplanung aufgenommen werden.

Substratengpässe durch Dürresommer 2018
Neben den regulativen Faktoren kommen Einmaleffekte: Die Dürre im Sommer 2018 hatte regional katastrophale Auswirkungen, vor allem im Norden und Nordosten Deutschlands. Eine unzureichende Rohstoffplanung hat es in der Vergangenheit erschwert, die Konsequenzen frühzeitig zu erkennen. Die mangelnde Qualität der im Oktober und November geernteten Rohstoffe wurde in ihrer vollen Dimension erst in den letzten Monaten deutlich: die Haltbarkeit und der Energiegehalt der Silagen sind weit schlechter als normalerweise. Die spekulativ hohen Preise auf dem Spotmarkt führen zu einer zusätzlichen Steigerung der Kosten. Auch hier führt die Professionalisierung zu einer konsolidierten Ernte-und Reichweitenplanung, die sowohl die Substratplanung optimiert als auch eine Erweiterung des Substratliefernetzes ermöglicht. Insgesamt kann so die Versorgungssicherheit gesteigert werden. Trotz entsprechender organisatorischer und technischer Maßnahmen kann natürlich auch für die Zukunft das grundsätzliche Risiko extremer Wettersituationen auf den wirtschaftlichen Erfolg von Anlagen nicht ausgeschlossen werden.

Bei den extrem heißen und trockenen Temperaturen im Sommer 2018 machten bei einigen Anlagen die Gaswäsche- und Gaseinspeiseeinrichtungen schlapp. Einige Anlagen mussten daher in Teillast gefahren werden. Um künftig Ausfälle, die wirtschaftlich zu Mindereinnahmen führen, zu vermeiden, wurde bei den betroffenen UDI-Anlagen reagiert und die Kühlvorrichtungen optimiert. Damit sind die Anlagen bei ungewöhnlich hohen Außentemperaturen im Sommer einsatzfähig, wenn auch bei erhöhtem Eigenenergieverbrauch. Eine solche Erweiterung von Aggregaten erfolgte auch bei der Biogasanlage Erdeborn.

Chancen für zusätzliche Gewinne
Erfreulich ist, dass es Chancen für die Zukunft gibt: Sollten sich die Ernten und/oder die Gaspreise (Biomethan) in den nächsten Jahren positiv entwickeln, kann sich die Einnahmesituation der Anlagen deutlich verbessern. Zudem besteht für einzelne Anlagen nach Ablauf der Förderung durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) die Chance auf eine wirtschaftliche Fortführung der Anlagen. Aus kaufmännischer Vorsicht wurden die Prognosen für die UDI-Anlagen ursprünglich nur für den EEG-Förderzeitraum berechnet. Ein längerer wirtschaftlicher Betrieb der Anlagen wirkt wertsteigernd. Auch eine CO2-Bepreisung, die sich in der politischen Diskussion befindet, könnte positiven Einfluss auf den Anlagenwert haben.

Dass Bioenergie eine sinnvolle Ergänzung des Energiemixes ist, davon konnten sich die Anleger selbst überzeugen: Das auf der Biogasanlage Erdeborn produzierte Biomethan ist ein regeneratives Gas, das aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird. Es ist nahezu C02-neutral; technisch besteht kein Unterschied zur Erdgasqualität. Die Produktion von Biomethan kann problemlos in großen Erdgasspeichern unterirdisch gelagert werden. Eine neue EU-Richtlinie schreibt vor, dass ein auf bis zu 10 % ansteigender Anteil an Biomethan dem Erdgas beigemischt werden muss. Daher ist der Markt für Biomethan umweltfreundlich und zukunftsweisend.

24 Stunden Verfügbarkeit
Ein wesentlicher Vorteil der Bioenergie ist die Grundversorgung durch die 24 Stunden Verfügbarkeit - im Gegensatz zu Windkraft-oder PV-Anlagen, die wetterabhängig- je nach Wind oder Sonnenverfügbarkeit- produzieren. Herr Kübler äußerte auf dem Termin seine Zuversicht, dass die Produktion von Biomethan auch zukünftig eine große Rolle bei der Bewältigung der Energiewende spielen wird. Außerdem erwartet er, dass der Gesetzgeber für die Zeit nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), also nach 20 Jahren Vergütungssicherheit, eine praktikable Lösung anbieten wird, die eine bedarfsgerechte Bedienung der Märkte mit Strom und Biomethan unter ökonomisch verlässlichen Bedingungen ermöglicht.

Perfekte Kombi: Photovoltaik – Holzhackschnitzel – Biogas - Hühnerstall
Um die Betriebskosten der Biogasanlage Erdeborn weiter zu optimieren, soll eine Photovoltaikanlage gebaut werden. UDI hat hier bereits positive Erfahrungen gesammelt. Auf einer der modernsten Biogasanlagen Deutschlands, auf der UDI-Anlage Torgelow wurden eine Solar- und eine Holzhackschnitzelanlage bereits implementiert – wir berichteten bereits. Die Eigenstromversorgung der Anlage senkt die Betriebskosten. Während des Rundgangs über die Biogasanlage konnten die UDI-Anleger auch die moderne Hackschnitzelheizung begutachten, die in der kalten Jahreszeit für kontinuierliche, ökologische Wärme in den Fermentern sorgt. Interessant bei der Anlage Erdeborn ist darüber hinaus die direkte unterirdische Belieferung der Anlage mit Gülle vom benachbarten Ferkelstall und die Belieferung des Ferkelstalls mit der Abwärme des Blockheizkraftwerks. Beides sind ökologisch und ökonomisch sinnvolle Ergänzungen der Biogasaufbereitung. Ziel ist es, die Biogasanlage mit ca. 97 % Auslastung zu fahren.

Insgesamt zeigten sich die anwesenden UDI-Anleger beeindruckt von der umfangreichen Technik. Wir danken den Geschäftspartnern vor Ort und den Betriebsleitern für die sehr guten Erläuterungen.

Stand: Mai 2019