Lust auf ein CO2-Steak?

Kühe sind Klimakiller, Schweinefleisch ist ungesund und die Qualität von Hähnchen- sowie Putenfleisch lässt zu wünschen übrig. So der momentane Konsens.

Dabei essen die Bundesbürger mehr Fleisch, als die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. Wöchentlich sollten 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst nicht überschritten werden. Tatsächlich sind es im Moment 1,15 Kilo die Woche.

Die Nachfrage von Fleischprodukten nimmt seit Jahren konstant zu. So waren es 1970 insgesamt 80 Mio. t Fleisch, die weltweit verbraucht wurden – 2010 schon 260 Mio. t und der Konsum wird 2050 auf fast 450 Mio. t hochgerechnet. Bei einer Erdbevölkerung von 7 Mrd. Menschen würde das bedeuten, dass jeder auf der Erde rund 60kg Fleisch jährlich zu sich nimmt. In ärmeren Ländern gerade unvorstellbar. Bei Kindern erst recht. Isst dann der Deutsche 100 Kilo Fleisch oder mehr im Jahr?

Die Top 5 Fleischkonzerne der Welt (JBS, Tyson Foods, Cargill, Dairy Farmers of America und Fonterra) machen sich diesen Trend zu Nutze. Jedoch haben diese Fleisch- und Milchproduzenten mit 578,3 Mio. t zusammen mehr CO2 Emissionen als die großen Ölkonzerne Exxon Mobil (577), Shell (508) und BP (448). Zudem lässt sich rund ein Siebtel des globalen CO2 Ausstoßes auf die Fleischindustrie zurückführen.

Was steckt eigentlich hinter einem Kilogramm Fleisch? Am Beispiel Rindfleisch:

Aktuell liegt der Verzehr von Rindfleisch in Deutschland bei einer jährlichen Verzehrmenge von rund 10 kg pro Person. Das ist ein Sechstel des gesamten Fleischkonsums. Das Problem an der ganzen Geschichte ist nicht allein der Verzehr, sondern dass der Aufwand und die dafür notwenigen Ressourcen kaum im Zusammenhang stehen. So benötigt man für den kompletten Herstellungsprozess von einem Kilogramm Rindfleisch um die 15.000 Liter Wasser. Dabei wird fast das gesamte Wasser in der Tierhaltung verbraucht. Somit besteht ein Kilo Rindfleisch zu 70% aus Wasser – saftig.

Dass die Rinder CO2 in Form von Methan emittieren, wissen wir bereits. Durch Flächenanbau, Abholzung der (Regen-) Wälder, Anbau des Futters, Düngung, etc. entstehen aber weitere CO2 Emissionen. In der Folge werden die Emissionen für ein Kilo Rindfleisch auf 20 kg CO2 angehoben. Das ist nicht jedem bewusst.

Die Fläche, die Rindfleisch benötigt, ist doppelt so groß wie die für Weizen und Kartoffeln zusammen. Bemerkenswert daran ist, dass die Verzehrmengen von Weizen und Kartoffeln 10-mal höher sind, als die des Fleisches. Somit werden rund 27 bis 49 qm Fläche für ein Kilo Rindfleisch in Anspruch genommen.

Damit es zu einem Kilo verzehrbereiten Rindfleisch kommt, müssen die Rinder auch ausreichend Nahrung zu sich nehmen. In Deutschland bekommen sie rund 2 Kilo Futter, damit 1 Kilo essbares Rindfleisch produziert werden kann. Wenn man bedenkt, dass 700 Gramm des Fleisches aus Wasser besteht, ist hier ein sehr großer Aufwand notwendig.

Selbstverständlich hängen die Werte stark vom Alter, Standort und Rasse der Tiere ab. Trotzdem gibt das einen Einblick, wie viel CO2 ausgestoßen werden muss, damit der Appetit auf Rindersteaks befriedigt werden kann.

Sind eine bewusste Kaufentscheidung und eine Reduzierung des Fleischkonsums doch einen Gedanken wert?

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