EEG-Umlage sinkt 2018 nur minimal

MIt Spannung wurde die Zahl erwartet, Mitte Oktober wurde die Höhe der EEG-Umlage für 2018 genannt: 6,792 Cent je Kilowattstunde (2017: 6,88 Cent, 2016: 6,35 Cent). Also nur eine minimale Senkung, trotz eines weiterhin satten Überschusses auf dem EEG-Umlagenkonto.

 

 

 

Das EEG-Umlagekonto hatte Ende September rund 3,3 Mrd. Euro Guthaben, bereits am Jahresende 2016 betrug der Kontostand knapp 2,9 Mrd. Euro. Auch in den zwei Jahren davor gab es ordentliche Überschüsse zum Jahresende (2015 3,3 Mrd. Euro, 2014 waren es 2,85 Mrd. Euro). Nur Ende 2013 stand noch ein Minus mit minus 225 Mio. Euro zu Buche.

Zur Erinnerung: Eigentlich sollte das EEG-Umlagenkonto am Jahresende wieder ausgeglichen sein! Jetzt wird argumentiert, man brauche diese hohe Liquditätsreserve, da immer mehr Strom mit EEG-Vergütung produziert würde.

Und natürlich ging wieder ein Aufschrei des Entsetzens durch die Medien: "Teure Energiewende!". Nein, eben nicht. Hier zeigt sich perfekt der falsche, zugrundeliegende Mechanismus: Denn die EEG-Umlage soll den Ausgleich zwischen dem Börsenstrompreis - der immer weiter sinkt - und den garantierten EEG-Vergütungen schaffen. Diese EEG-Vergütungen waren der Anschub für die Energiewende und gaben / geben Planungssicherheit für die Realisierung von Öko-Kraftwerken.

Viel stärker schlagen die Industrie-Ausnahmen zu Buche: viele deutsche Unternehmen sind von der Zahlung der EEG-Umlage befreit. Da sie sonst zu hohe Produktionskosten hätten ... den über die Jahre durch die starke Erzeugung immer preiswerteren Strom nehmen sie aber gern. Gäbe es diese Industrie"rabatte" nicht, könnte die EEG-Umlage um über 1 Cent niedriger sein.

Übrigens, die 6,792 Cent 2018 teilen sich so auf (Werte 2017 in Klammern):

  • 2,712 Cent Förderung Photovoltaik (2,65)
  • 1,833 Cent Förderung Biomasse (1,80)
  • 1,632 Cent Förderung Windkraft an Land (onshore) (1,52)
  • 1,040 Cent Förderung Windkraft auf See (offshore) (0,93)
  • Rest: sonstige EE, Liquiditätsreserve, "Ausgleichspuffer für Prognoseabweichungen"

2017 hatte es noch einen starken Anstieg der anteilig entfallenden Kosten für Windkraft auf See gegeben - von 2016 mit 0,49 Cent auf 2017 mit 0,93 fast eine Verdoppelung. Das lag an einigen in 2016 ans Netz gegangenen Offshore-Windparks, die eine wesentlich höhere EEG-Vergütung erhalten als Windkraft an Land. Inzwischen sind beide "Wind-Werte" mit jeweils rund 0,1 Cent Steigerung 2018 monetär fast gleich.

Quelle Zahlen: Bundesnetzagentur, monatliche Veröffentlichungen der vier Transportnetzbetreiber,  netztransparenz.de (Infoplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber)

 

 

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