Anteil Erneuerbare Energien 2017 bei 38,5 %

Der Anteil Erneuerbarer Energien an der deutschen Stromerzeugung liegt nach vorläufigen Zahlen über das gesamte Jahr 2017 bei 38,5 % - eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 16,1 %. Dies meldet das Fraunhofer ISE.

Zusammensetzung Nettostromerzeugung 2017 Deutschland

Damit liefern die Erneuerbaren Energien weiterhin den höchsten Anteil in der deutschen Nettostromerzeugung!

Dieser Wert ist noch aussagekräftiger als die Zahlen zur Bruttostromerzeugung, da in dieser auch der Eigenbedarf der Kraftwerke für die Stromproduktion enthalten ist. Der Nettowert gibt den quasi "aus der Steckdose kommenden" Strom an.

Insgesamt war es - nach dem eher schlechten Jahr 2016 - ein gutes Jahr für "Wind- und Sonnenernte". Es wurden neue Leistungsrekorde für die Stromerzeugung aus Wind und Solar aufgestellt. Zusammen mit Biomasse und Wasserkraft lieferten sie z.B. am 30. April 2017 durchschnittlich 65 % des Stroms, in der Mittagszeit sogar 85 %. Oder am Sturmwochenende Ende Oktober: die Windkraft erzeugte jede 2. Kilowattstunde gelieferten Strom.

Insgesamt wurden 548 Mrd. kWh Strom netto 2017 erzeugt. Folgende Anteile hatten die einzelnen Erneuerbare-Energien-Arten an dieser Nettostromerzeugung:

  • Wind                            103,6 Mrd. kWh = 18,8 %
  • Solar                              38,4 Mrd. kWh =   7    %
  • Biomasse                       47,7 Mrd. kWh =   8,7 %
  • Wasserkraft                   20,9 Mrd. kWh =   4    %   

Bedauerlicherweise ist der Anteil der Erdgaskraftwerke gegenüber 2016 gesunken. Denn das wäre auch Stromproduktion ohne klimaschädliche Emissionen. Weiter gesunken ist der Anteil von Atomkraftwerken, auf nunmehr 13,0 % (minus 10 % zum Vorjahr).

Immer noch hoch liegen Braunkohle mit 24,4 % (kaum Veränderung gegenüber 2016) sowie Steinkohle mit 15,2 % (minus 16 %). Hier zeigt sich genau das Problem, warum Deutschland auch seine Klimaziele nicht erreicht: Kohlestrom ist unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten immer noch preiswert in der Herstellung, Kohlekraftwerke sind sehr rentabel für die Betreiber. Denn sie müssen die volkswirtschaftlichen Folgekosten (Klimaschäden, Umweltzerstörung, gesundheitliche Folgen) nicht tragen. Und politisch ist es ein "no go", über einen Kohleausstieg auch nur laut nachzudenken. So hat sich - Dank gebetsmühlenartig wiederholter Aussagen und sehr guter Lobbyarbeit - der Gedanke festgesetzt, dass Kohlekraftwerke zur Sicherung der Grundversorgung beibehalten werden müssten. Und da sie sich nicht abschalten / herunterregeln lassen wir Windräder, wird es auch noch so lange weitergehen, bis die Politik hier Fakten schafft ... ähnlich wie damals beim Atomausstieg.


Quelle: Fraunhofer ISE, Strom-Report, eigene Berechnungen

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