Gut zu wissen

Auch ohne Atomkraft bleiben die Lichter an

(26.6.2015) Gegner der Energiewende warnen seit langem: werden die Atomkraftwerke alle abgeschaltet, gehen die Lichter aus. Sprich, bräche die Stromversorgung zusammen, die Versorgungssicherheit sei nicht mehr gewährleistet.

Morgen geht nun das AKW Grafenrheinfeld endgültig vom Netz ... brechen jetzt dunkle Zeiten an? Nein, sagen die Experten der Anti-Atom-Organisation ausgestrahlt e.V.

Eine von ihnen in Auftrag gegebene Kurzstudie zeigt - die eventuellen Herausforderungen liegen ganz woanders:

"Die Kurzstudie findet nach dem Studium der öffentlich verfügbaren Quellen der Bundesnetzagentur, der Übertragungsnetzbetreiber, des Bundeswirtschaftsministeriums sowie wissenschaftlicher und technischer Beratungsinstitute keine entscheidenden technischen Argumente dafür, dass die Atomkraftwerke heute für die Strombereitstellung notwendig sind. Zwar besitzt Süddeutschland schon heute - also mit AKW - nicht ausreichend Erzeugungskapazitäten, um die eigene Spitzenlast zu decken.
Aber die Übertragungskapazitäten im Höchstspannungsnetz für Strom aus Norddeutschland reichen heute mit oder ohne AKW bereits aus, dieses Defizit rechnerisch abzudecken."

Und weiter: "Für eine Abschaltung aller AKW in Deutschland wäre vermutlich eine Änderung der Marktordnung, insbesondere eine Marktteilung, sinnvoll bzw. notwendig."


Frauen hören bei Geldanlagen auf Rat von Freunden und Verwandten

(28.05.2015) 37 Prozent der befragten Frauen, gegenüber 25 Prozent bei den Männern, gaben an: Bei Geldanlagen frage ich auch Freunde und Verwandte, hole mir Tipps und Informationen ("Sparerkompass 2015", Forsa-Umfrage).

Wichtiger dagegen ist bei beiden das Internet als Informationsquelle, bei Männern sogar die Hauptquelle mit 68 Prozent.  

Dass rund ein Viertel der Anleger auf Erfahrungen anderer baut, war ebenfalls das Ergebnis der Studie "Money & Web 2015" (GfK).

Bei beiden Studien zeigte sich der wachsende Trend hin zum "Selbstentscheider" bei Geldanlagen, also weg vom "mein Berater erklärt und ich unterschreibe" und hin zum "ich informiere mich, höre Berater und ggf. Freunde an und entscheide dann".


Zahlen & Fakten in fast 17 Jahren UDI

(29.04.2015) Am 15. Oktober 1998 wurde die UDI gegründet. Und hat sich gut entwickelt - rund 15.000 Kunden vertrauen der Kompetenz und der Beratung der Experten rund um "grünes Geld".

Hier noch ein paar Zahlen & Fakten abseits der "üblichen" Geschäftszahlen und Leistungsbilanzen:

06333
Die Postleitzahl von Quenstedt, dort steht der Windpark des allerersten von UDI angebotenen Projektes.

96 Jahre
Soviel Lenze zählt unser ältester UDI-Kunde heute! Die älteste Investorin ist stolze 95 Jahre. Beide haben UDI zuletzt 2012 bzw. 2014 Geld anvertraut. Übrigens, Alter schützt vor Online nicht: Die älteste Kundin, die bei UDI online gezeichnet hat, war 92 Jahre!

2 Minuten
Das war die schnellste Zeichnung nach Vertriebsstart (UDI Solar FESTZINS I im Dezember 2012 – online gezeichnet).

13.454.503,80 Euro
Diese Summe an Zinsen und Ausschüttungen floss bisher an die Anleger aus allen von den UDI-Firmen aufgelegten Geldanlageprodukten.

Malaysia, Jordanien, USA
Klingt nach Reiseprospekt und Fernweh… Auch dort wohnen einige UDI-Kunden.


Deutschland exportiert weiterhin mehr Strom als es importiert

(12.2.2015) Schon seit 2011 ist der Trend stabil - trotz Abschaltens der ersten 8 AKW nach Fukushima - Deutschland exportiert mehr Strom als es importiert.

2014 wurden über die Stromnetze 35,3 Terawatt-Stunden (TWh, ein Terawatt ist eine Billion Watt) nach Deutschland eingeführt, 69,4 TWh wurden exportiert.

Das ist ein Exportüberschuss von 34,1 TWh bzw. 96 %. Seit 2011 steigt der Exportüberschuss an ... Trotz Atomausstiegs fehlt es also nicht an Strom!

Quelle: Agora, Fraunhofer Institut, eigene Berechnung


Anteil Erneuerbare Energien 2014 bei 25,8 %

(30.12.2014) Der Anteil Erneuerbarer Energien an der deutschen Stromerzeugung liegt nach ersten Zahlen über das gesamte Jahr 2014 bei 25,8 % - Ende 2013 waren es 24,1 %! Dies meldete der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW.

Damit liefern die Erneuerbaren Energien erstmals den höchsten Anteil in der deutschen Bruttostromerzeugung!

Weiterhin die wichtigste regenerative Stromquelle ist Windenergie, deren Anteil nun bei 8,6 % liegt (2013 war witterungsmäßig ein recht schwaches Jahr: 7,9 %). Die Nutzung von Sonnenenergie lag bei guten 5,8 % (2013: 4,5 %). Übrigens: die Biomasse ist mit 7,0 % (2013: 6,8 %) nach Windenergie der zweitstärkste "Lieferant" aus den Reihen der regenerativen Energien!

Erfreulich der Rückgang des Braunkohle-Anteils: nur noch 25,6 %. Damit liegen die Erneuerbaren Energien seit dem 3. Quartal 2014 konstant vor Braunkohle bei den Quellen zum Stromverbrauch!

Quelle: BDEW, eigene Berechnungen


Ökologischer Fußabdruck steigt kontinuierlich

(21.11.2014) Seit 50 Jahren ist der ökologische Fußabdruck der Menschheit stetig gestiegen. Er wird jeweils verglichen mit der Biokapazität der Erde ... das erschreckende, aber sicher nicht überraschende Resultat: wir verbrauchen rund 50 % mehr als die Erde hergibt. Anders ausgedrückt: die Menschheit zehrt Ressourcen und Vorräte auf.

Entwickeln sich die Bevölkerungszahlen und der weltweite Konsum in etwas so weiter, dann brauchen wir im Jahr 2030 eine zweite Erde.

Hatten weltweit im Jahr 1961 nur einige wenige Industrieländer einen ökologischen Fußabdruck > 100 % der Biokapazität (u.a. waren das Japan, Portugal, Großbritannien), so sieht es heute genau anders herum aus. Alaska, USA, Mexiko, ganz Europa mit Ausnahme Skandinaviens, der komplette Nahe Osten, Japan, China, Indien und sogar einige afrikanische Länder haben heute einen ökologischen Fußabdruck > 100 % der Biokapazität.

Und wie verteilt sich der Ökologische Fußabdruck pro Person in Deutschland?

  • 35 % Ernährung
  • 25 % Wohnen
  • 22 % Mobilität
  • 18 % Konsumgüter

In die Berechnung fließt z.B. ein, wieviel Ressourcen nötig sind, um ein Konsumgut zu produzieren. Also wie viele Liter Wasser für die Produktion eines T-Shirts oder eines Kilogramms Rindfleisch verbraucht werden ... Wenn man weiß, dass für 1 T-Shirt 2.000 (!) Liter Wasser benötigt werden, bis man es am Leib trägt, überlegt man sich vielleicht, ob man das fünfte T-Shirt in blau noch braucht ...

Der ökologische Fußabdruck ist individuell, und setzt sich aus den eigenen Lebensumständen und Konsumgewohnheiten zusammen - vielleicht ist es ja interessant, mal seinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu berechnen?

Quelle: Fair Future II, ein Schulprojekt zum Thema "Nachhaltigkeit lernen", November 2014


Strompreis nur für Private gestiegen

(11.9.2014) Seit langem das meist genutzte Argument gegen Ökostrom und Energiewende: der Strompreis würde so steigen!

Fakt ist: für private Haushalte stieg der Strompreis seit 2008 um 38 %. Für Unternehmen und Industrie dagegen sank der Strompreis im gleichen Zeitraum sogar um 1 %!

Die Energieversorger "konnten seit 2008 auch wegen des Zuwachses an Solar- und Windstrom von teils um fast die Hälfte gesunkenen Einkaufspreisen profitieren." (Handelsblatt, 11.9.). Das heißt, Ökostrom allein macht den Strompreis billiger. Wenn nun auch noch jeder Verbraucher (sei es privater Haushalt oder Unternehmen) einen Anteil an der EEG-Umlage tragen würde, dann käme die Entlastung durch Ökostrom so langsam bei jedem an. Denn langfristig gesehen ist Ökostrom die preisgünstigere Alternative.

Quelle Zahlen: Antwort der Bundesregierung auf eine Grünen-Anfrage, die der dpa vorliegt.


Strompreis für Private nur um 4 % p.a. gestiegen

(20.6.2014) Alle reden von explodierenden Strompreisen - die Fakten sehen aber anders aus.

BMWI hat die Strompreisentwicklung von 1991 bis 2013 untersucht: Inclusive Abgaben stieg der Strompreis für private Haushalte um 95 % (also 4 % p.a.).

In derselben Zeit stieg der Preis für Erdgas übrigens um 214 % ... das sind knapp 10 %! Auch Heizöl verteuerte sich um 216 % in diesen 22 Jahren, das sind ebenfalls knapp 10 % jährlich.

Hier zeigt sich leider mal wieder - Meinungsmache und Realität sind weit voneinander entfernt.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, BMWI


22 Sekunden, 1 Cent und 52 Billionen 

(23.5.2014) Heute haben wir einige beeindruckende Zahlen für Sie:

22 Sekunden statt 4 Jahre
Das ist die durchschnittliche Haltedauer einer Aktie. 1994 lagen im Schnitt 4 Jahre zwischen Aktienkauf und -verkauf, heute sind es 22 Sekunden! Übrigens, mit einer Aktie beteiligt man sich an einem Unternehmen ... So jedenfalls der Grundgedanke. Dank Computerhandel, Spekulation und Daytrading ist eine Aktie inzwischen aber nicht mehr ein Sachwert, in dem man investiert, weil man an ein Unternehmen glaubt und vom Erfolg profitieren will (nennt man Dividende ...). Sondern ein Objekt, mit dem man auf schnelle Kursgewinne spekuliert.

1 Cent versus 52 Billionen Euro
Die EEG-Umlage wurde von 2013 auf 2014 um 1 Cent je kWh erhöht. Eine lohnende Investition! Denn 52 Billionen Euro können dadurch eingespart werden. Das sind übrigens 5.200.000.000.000.000 Cent.

Diesen Vergleich stellt die Internationale Energieagentur in ihrem neuen Report zu "energietechnologischen Perspektiven" (PDF auf englisch) an.

Gut, die 52 Billionen Euro sind das Einsparpotential bis 2050. Dabei sind aber schon die Kosten für die Umstellung auf Erneuerbare Energien berücksichtigt! So sieht die Rechnung aus:

Kosten Senkung Ausstoß klimaschädliches CO2: 32 Billionen Euro
beinhaltet Ausbau der Erneuerbaren Energien, Entwicklung und Förderung von Energieeffizienz bei Gebäuden und Fahrzeugen / Antrieben

Einsparung durch Wegfall Brennstoffkosten: 84 Billionen Euro
beinhaltet Kohle, Öl, Erdgas - Import, Abbau und Verwertung

bleibt ein Überschuss / eine Einsparung von 52 Billionen Euro

Das ist doch den einen Cent je kWh Strom wert, oder? Und rückt die absurde Strompreisdiskussion wieder in die richtige Dimension!


Ökoenergie heute schon preiswerter als Strom aus Atom und Gas

(24.4.2014) Eine aktuelle Studie rechnet es vor: Stromerzeugung aus Wind, Solar und Gas als back up ist heute schon günstiger, als auf neue Atomkraftwerke in Kombination mit Gaskraftwerken zu setzen.

Denn die letzten zwei Jahrzehnte haben zu einer starken Kostenreduktion bei der Nutzung von Windenergie und Solarkraft geführt. Staaten sollten also beim Bau neuer Kraftwerke nicht - wie leider England - auf neue Atomkraftwerke setzen, sondern auf den Ausbau der Erneuerbaren-Energie-Nutzung. Dafür sprechen nämlich nach dieser Studie von Prognos auch die wirtschaftliche Seite .... also das Argument, das bisher immer von den Verfechtern der Atomkraft angeführt wurde.

In Zahlen: Die errechneten Kosten für Energieerzeugung aus Wind onshore, PV und Gas sind rund 20 % niedriger als ein Mix aus Atomkraft und Gaskraftwerken. Und betrachtet man die reine Stromerzeugung (ohne Rücksicht auf Versorgungssicherheit, also Back up-Kraftwerke), so ist der Ökostrom heute schon rund 50 % kostengünstiger in der Produktion!

Hier finden Sie die komplette Studie (in englisch).


Schallschutzkonzept nur für Nordsee-Schweinswale

(8.4.2014) Offshore-Windparks sind seit langem bei Tierschützern umstritten - besonders das Einrammen würde durch die Schallwellen schwere Schäden in der Tierwelt auslösen. Ohne allzu großes Aufsehen hat nun das Bundesumweltministerium dazu ein neues Schallschutzkonzept veröffentlicht. Es gilt seit 1. Dezember 2013, und nur für neue Genehmigungsverfahren.

Künftig müssen die Pfähle gerammt statt gebohrt werden. Und ab 750 Metern Entfernung von der Bohr-/Rammstelle gilt eine Schallobergrenze von 160 Dezibel.

Dieses Schallschutzkonzept gilt allerdings nur für den von Deutschland bewirtschafteten Bereich der Nordsee, mit besonderem Schutz eines Gebietes vor Sylt. Dort ist die "Kinderstube" deutscher Schweinswale, mit den Geburten im Mai und Aufzucht bis August.

Allerdings gibt es auch Schweinswale in der Ostsee - wobei sowohl in Nord- und Ostsee der Bestand dramatisch, um über 60 %, in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Ein Grund hierfür wird eben in dem schlechten Schallschutz beim Bau von Offshore-Windparks gesehen. Schön, wenn es hierfür nun bessere Schutzvorgaben gibt ...

Hier das komplette Schallschutzkonzept des Bundesumweltministeriums als PDF.


Europas Energieversorger haben Energiewende verschlafen

(10.3.2014) Geht es den europäischen Energieversorgern wie den Dinosauriern? Die sind ja bekanntlich ausgestorben, weil sie sich den geänderten Lebensumständen auf der Erde nicht angepasst haben ...

Gleiches könnte man von den großen Energieversorgern denken. Denn RWE meldete die letzten Tage - erstmals in der Firmengeschichte - rote Zahlen. Weil man zu viele (unrentable) Gaskraftwerke habe, die Atomkraftwerke auch abgeschrieben werden müssen und nun so viele Öko-Kraftwerke so billig Strom produzieren. Komisch - ist die Energiewende denn nun so überraschend gekommen? Die war doch eigentlich spätestens seit der Jahrtausendwende bekannt ....

Ein aktueller Report von Greenpeace wirft den europäischen Energieversorgern vor, in der Vergangenheit verhaftet zu sein statt sich strukturellen Änderungen zu stellen. "Locked in the past - why Europe´s Energy Companies fear change" zeigt:

  • die 10 größten Energiekonzerne Europas haben ihre Umsätze von 2002 bis 2012 verdoppelt
  • insgesamt haben sie einen Marktanteil von 58 %
  • davon kommen nur 4 % aus Erneuerbaren Energien
  • stattdessen wurden insgesamt 85.000 Megawatt Leistungskapazität in fossilen Kraftwerken errichtet - in den letzten 10 Jahren, als alle Weichen schon auf Erneuerbare Energien zeigten. Resultat: 50.000 dieser Megawatts müssten wohl bis 2017 wieder abgeschaltet werden, da sie nicht benötigt werden.

Die großen Energiekonzerne haben schlicht den Wandel verschlafen. Und betreiben nun über Lobbyarbeit massiv den Kampf gegen die Energiewende. Bzw. rufen nach staatlicher Unterstützung, um ihre Fehlinvestitionen in Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke auszugleichen. Statt ihre strategische Geschäftspolitik zu ändern ...

Es wird gebetsmühlenartig wiederholt: Der Strompreis ist explodiert, schuld seien die Erneuerbaren Energien. Und vor allem die deutsche Industrie jammert: viele Branchen und Unternehmen seien gefährdet, weil sie so viel für Strom zahlen müssen.

Fakt ist: über alle Industriekunden gesehen liegt der deutsche Strompreis im EU-Vergleich im unteren Drittel.

Während in der Öffentlichkeit emotionswirksam immer der Durchschnittspreis für alle Stromkunden genannt wird (ca. 25 Cent / Kilowattstunde), um Stimmung gegen die Energiewende zu machen,  so zahlten Industriebetriebe mit 70 bis 150 Gigawattstunden Jahresverbrauch ganze 6,36 Cent / kWh!  Der EU-Durchschnitt liegt übrigens bei 6,97 Cent für vergleichbare Unternehmen.

Also wo ist da die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet?

Quelle Zahlen: F.A.Z., Bloomberg/Eurostat

Und: Großverbraucher zahlen inzwischen weniger für ihren Strom als früher. Denn durch das gestiegene Angebot an "grünem" Strom sanken die Preise an der Börse und im Großhandel. Zusätzlich wurden stromintensive Unternehmen von der Zahlung der EEG-Umlage befreit - weiter über 2.500 Unternehmen sind es 2014. Das sind aber nicht nur "große Stromverbraucher, die im internationalen Wettbewerb stehen" - nein, das sind auch städtische Verkehrsbetriebe oder die Braunkohle-Bergbausparte von Vattenfall.


Preis für Industriestrom im Europavergleich im unteren Drittel

(17.1.2014) Es wird gebetsmühlenartig wiederholt: Der Strompreis ist explodiert, schuld seien die Erneuerbaren Energien. Und vor allem die deutsche Industrie jammert: viele Branchen und Unternehmen seien gefährdet, weil sie so viel für Strom zahlen müssen.

Fakt ist: über alle Industriekunden gesehen liegt der deutsche Strompreis im EU-Vergleich im unteren Drittel.

Und: Großverbraucher zahlen inzwischen weniger für ihren Strom als früher. Denn durch das gestiegene Angebot an "grünem" Strom sanken die Preise an der Börse und im Großhandel. Zusätzlich wurden stromintensive Unternehmen von der Zahlung der EEG-Umlage befreit - weiter über 2.500 Unternehmen sind es 2014. Das sind aber nicht nur "große Stromverbraucher, die im internationalen Wettbewerb stehen" - nein, das sind auch städtische Verkehrsbetriebe oder die Braunkohle-Bergbausparte von Vattenfall.

Während in der Öffentlichkeit emotionswirksam immer der Durchschnittspreis für alle Stromkunden genannt wird (ca. 25 Cent / Kilowattstunde), um Stimmung gegen die Energiewende zu machen,  so zahlten Industriebetriebe mit 70 bis 150 Gigawattstunden Jahresverbrauch ganze 6,36 Cent / kWh!  Der EU-Durchschnitt liegt übrigens bei 6,97 Cent für vergleichbare Unternehmen.

Also wo ist da die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet?

Quelle Zahlen: F.A.Z., Bloomberg/Eurostat


Raps "Energiepflanze Nr. 1" in Deutschland

(2.1.2014) Viele halten Mais für die am meisten angebaute Energiepflanze in Deutschland. Zwar nimmt Mais, gemessen nach Hektar, mit 2,5 Mio. Hektar die größte Fläche ein - dabei entfallen aber nur 0,8 Mio Hektar auf Mais als Energiepflanze. Zwei Drittel des in Deutschland angebauten Maises geht in die Viehfütterung und als Lebensmittel.

Raps wächst auf einer Anbaufläche von 0,9 Mio Hektar und ist damit die flächenmäßig wichtigstes Energie- und Industriepflanze. Der größte Teil (0,75 Mio Hektar) wird dabei für Biodiesel und Pflanzenöl genutzt.

Quelle Zahlen: Topagrar


Fossile Energieträger sollen noch rund 100 Jahre reichen

(7.11.2013) Nach einer Studie der Siemens und der Technischen Universität München reichen die fossilen Ressourcen noch rund 100 Jahre. Das widerspricht den meisten bisherigen Studien und Aussagen. Wie kommt diese Hochrechnung zustande?

Erstens werden alle fossilen Energieträger zusammen betrachtet, getrennt nach den sechs Weltregionen Nordamerika, Südamerika, Europa und Russland, Afrika, Asien und mittlerer Osten sowie Ozeanien. Wobei diese Zusammenlegung auch recht fragwürdig ist ...

Zweitens wird dann der Ressourcenverbrauch von 1 % p.a. der vorhandenen Ressourcen in der jweiligen Region zugrundegelegt. Daraus wird dann geschlossen, dass es 100 Jahre dauert, bis 100 mal 1 % verbraucht sind.

Aus unserer Sicht zwei grundlegende Fehler in dieser Berechnung:

  1. Je Region müssten alle Staaten gleichermaßen Zugriff auf alle Ressourcen haben. Dass das allein hier bei uns nicht der Fall ist, zeigt das Beispiel Gas- und Uranimport aus Russland.
  2. In manchen Regionen gibt es große Energieverbraucher - diese werden in der Durchscnnittsrechnung nicht berücksichtigt. Oder so zugeordnet, dass es wieder passt. Nämlich China mit immensem und weiter steigendem Energiebedarf wird der Region Mittlerer Osten zugerechnet, in der die großen Ölvorkommen das Ressourcenvolumen und damit die Bezugsgröße nach oben treiben.

Hier die Grafik nach Regionen und Ressourcen / Energieverbrauch, Quelle: Wiwo Green.

Fakt ist: Fossile Ressourcen sind endlich. Und sie sind nicht immer, jederzeit und kostengünstig für uns verfügbar.


EEG-Umlage 2014

(16.10.2013) Die EEG-Umlage steigt 2014 auf 6,24 Cent je Kwh. Das steht seit gestern fest. Bereits im Vorfeld der Verkündigung, aber auch jetzt schlagen die Wogen hoch. Und alle Parteien, Verbände, Unternehmen und Lobbyisten melden sich zu Wort und versuchen, den Sachverhalt für sich auszuschlachten.

Das merkt man schon allein in der Darstellung. Hier wird über eine Erhöhung um knapp 1 Cent, bzw. Jahresmehrkosten zwischen 35 Euro und 70 Euro (je nach Stromverbrauch des Familienhaushaltes) berichtet, als ginge es um viel viel mehr Geld. Denn diese Mehrkosten entsprechen einer Tankfüllung, einmal gut Essen gehen, einer neuen Hose. 

Also alles im Rahmen. Warum dann der mediale Aufschrei?

Weil durch diese EEG-Umlage Politik gemacht wird. Und weil es viele Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten gibt.

  • "Strom muss bezahlbar bleiben". Richtig. Preistreiber der letzten Jahre war aber nicht Ökostrom, sondern auch die Ausweitung der Gewinnmarge der Stromversorger, sowie diverse andere Bestandteile.  
  • Auf die EEG-Umlage wird auch MWST berechnet. Die nimmt der Staat gern mit - als erstes könnte man doch darauf verzichten, wenn es um "bezahlbaren" Strom geht.
  • Die EEG-Umlage zu nutzen, um über die Abschaffung des EEG oder gar ein Scheitern der Energiewende zu diskutieren, ist fragwürdig.
  • 18 % des Stromes werden von der Industrie verbraucht. Aber nur 0,3 % der Förderungskosten für Erneuerbare Energien gezahlt (Studie von Greenpeace). Durch die Ausnahmeregelung (u.a. auch für Straßenverkehrsbetriebe, Hähnchenmastbetriebe, Golfplätze ...) wird Industrie entlastet und der private Verbraucher belastet. Das Killerargument: Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze erhalten. Ja, bitte - aber nicht auf Kosten der Energiewende.
    Ohne Industrieausnahmen hätte die EEG-Umlage übrigens dieses Jahr statt 5,3 nur 3,8 Cent je Kilowattstunde betragen ....

Dass etwas geschehen muss, ist allen Beteiligten klar. Das EEG wurde vor vielen Jahren mit guten Gedanken geschaffen - es ist ein Erfolgsmodell, das in vielen Ländern kopiert wurde. Nun muss justiert werden.

Die Energiewende dafür in Frage zu stellen, ist vollkommen deplatziert. Denn keiner kann ernsthaft zurück zum "billigen Atomstrom" wollen - mit allen Risiken und der nicht geklärten Entsorgung und Endlagerung. Das käme den Verbraucher viel teurer.

Außerdem muss Deutschland unabhängiger von Energieimporten werden. Uran, Erdöl usw. werden immer teurer - dagegen hilft allein einheimische Energieerzeugung mit unendlichen (eben "erneuerbaren") Ressourcen. Diesen Weg geht China gerade konsequent. Dort wird massiv in Ökokraftwerke investiert; nicht wegen des Klimaschutzes oder der Umwelt, sondern um unabhängig von Energieimporten zu werden!


Fehler im System: Sinkende Strompreise für Großabnehmer treiben Stromkosten für Verbraucher

(1.10.2013) Der Abwärtstrend bei den Strompreisen für die Großabnehmer und die Industrie hält auch im September 2013 weiter an.
Für Grundlaststrom mussten im abgelaufenen Monat im Mittel nur noch 4,17 Cent pro Kilowattstunde (kWh) bezahlt werden. Das ist ein Rückgang um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (September 2012: 4,47 Cent/kWh), teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mit. Die Ergebnisse basieren auf den Spotmarkt-Daten der Strombörse.

Noch deutlicher fällt der Preisrückgang für die ersten neuen Monate des laufenden Jahres aus. Von Januar bis September 2013 sindk der mittlere Preis für Grundlaststrom auf 3,79 Cent pro kWh. Das ist im Vergleich zum selben Zeitraum des Jahres 2012 (4,31 Cent por kWh) ein Rückgang um 12 Prozent. Gegenüber 2011 fällt die Entlastung für die Großabnehmer mit 26,4 Prozent noch deutlicher aus. Den ständigen Preisrückgang für die Großabnehmer bezahlen die Stromverbraucher paradoxerweise mit immer höheren Strompreisen. Der Grund für diese Fehlentwicklung ist die von der Bundesregierung und auf Initiative der Energiewirtschaft im Jahr 2010 eingführte Neuregelung des Wälzungsmechanismus zur Vermarktung von Strom nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG).

"Ein Konstruktionsfehler im EEG-Vermarktungsmechanismus führt dazu, dass die erneuerbaren Energien die Großhandelspreise immer weiter senken, die Verbraucher den steigenden Vorteil für die Großabnehmer aber über einen stetig höhren Strompreis bezahlen", sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch in Münster. Der derzeit planwirtschaftlich ausgerichtete Wälzungsmechanismus für den EEG-Ökostrom ist Dreh- und Angelpunkt für zahlreiche Probleme auf dem Strommarkt, etwa für eine steigende EEG-Umlage selbst ohne weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien, die durchlaufendenen Kohlekraftwerke oder die Rekord-Stromexporte, so das IWR.

Quelle: http://www.iwr-institut.de/news/aktuelles


Viel (Strompreis)lärm um wenig Anteil um Haushaltsbudget

(22.8.2013) Seit Monaten beherrscht der Strompreis die Medien - inzwischen ein politischer Preis, der den Benzinpreis abgelöst hat als "Aufreger Nr. 1" abgelöst hat. Dabei ist sein Anteil am Budget der privaten Haushalte vergleichsweise klein.

Eine vierköpfige Familie gibt durchschnittlich 3.000 Euro im Jahr für Energie aus (Licht, Wärme, Autofahren, Kochen, Waschen usw.).

Das entspricht zwischen 5,2 % (westdeutsche) und 6,6 % (ostdeutsche Haushalte) des gesamten zur Verfügung stehenden Budgets.

In den 3.000 Euro machen die Stromkosten je nach Region und Anbieter zwischen 950 und 1.200 Euro aus - also zwischen 31 und 40 % des Energieblocks. Und damit zwischen 2 und 2,6 % des gesamten Budgets.

Darüber reden wir also derzeit ....

Und noch eine Vergleichszahl: der Heizölpreis verdreifachte sich von 2002 bis 2012, der Strompreis hat sich knapp verdoppelt.

Diese Fakten sollten die Strompreisdiskussion doch eigentlich relativieren!

Quellen: Handelsblatt, Check24, eigene Berechnungen


Der Unterschied zwischen Investition, Subvention und Kosten ...

(16.8.2013) ... oder: Wie mit Zahlen und falschen Aussagen Politik gemacht wird. Ein spannendes Thema, derzeit gut zu verfolgen bei der Diskussion um Strompreise, EEG-Umlage, Förderung des Ökostroms und der Energiewende.

Hier einmal die "landläufige Meinung, vielfach in den Medien wiederholt", gegenübergestellt den Fakten.

  • Ökostrom wird subventioniert
    Fakt ist: Es handelt sich dabei nicht um eine Schenkung ohne Gegenleistung, sondern um eine Investition, die sich später auszahlen soll. Die Erneuerbaren Energien liegen auf dem dritten Platz der Subventionsempfänger in Deutschland, weit größere Summen werden zur Förderung der Steinkohle- und Stahlindustrie sowie der energetischen Gebäudesanierung ausgegeben.
  • Die EE-Industrie ist ohne Subventionen nicht überlebensfähig
    Viele neue Industriezweige wurden in den Anfängen suventioniert. So beispielsweise die Atomkraft - umgerechnet auf den Strompreis wären es über Jahrzehnte im Schnitt 4 Cent je kWh gewesen!
    Und die Steinkohle- und Stahlindustrie wird aktuell immer noch mit umgerechnet 1,3 Cent (Strom aus Braunkohle) bzw. 3,3 Cent (Strom aus Steinkohle, je kWh) gefördert. Behauptet irgendjemand im Ernst, dass Kohlebergbau eine Zukunftsindustrie ist? Hier wird etwas am Leben gehalten, was sich dem Ende seines Lebenszyklusses nähert - das Argument zur Förderung "da hängen ja so viele Arbeitplätze dran". Und in der Zukunftsbranche Solar etc. nicht? 
  • Es wird zuviel Ökostrom produziert, deswegen steigen die Strompreise
    Jein. Der viele - in der Erzeugung preiswerte - Ökostrom lässt die Preise an der Strombörse sinken. Das bedeutet

    • gesunkene Einkaufspreise für die Stromkonzerne, die diese aber nicht an den Endverbraucher weitergeben
    • eine höhere EEG-Umlage, denn diese soll die Differenz zwischen garantierter Einspeisevergütung und tatsächlich erhaltenem Preis an der Strombörse für den Stromerzeuger ausgleichen.

  • Atomstrom ist billiger als Ökostrom
    Aber nur dann, wenn man erstens die Förderung des Atomstroms nicht mit einrechnet, zweitens die Entsorgungskosten für den Restmüll nicht beachtet und drittens übersieht, dass Atomkraftwerke im Schadensfallnicht versichert sind - passiert etwas, zahlt letzten Endes der Steuerzahler dafür.
  • Die Einspeisevergütung entspricht der EEG-Umlage
    Die Einspeisevergütung ist der gesetzlich garantierte Preis, den der Stromerzeuger erhält. Diese Sätze stehen für 20 Jahre ab Inbetriebnahme fest. Die EEG-Umlage ist eine jedes Jahr neu errechnete Größe, die die Differenz zwischen tatsächlich erzieltem Strompreis und Einspeisevergütung ausgleichen soll.
  • Wird die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung gestoppt, herrscht endlich Marktwirtschaft
    Die Einspeisevergütung für bestehende Anlagen kann nicht einfach "gestoppt" werden, da sie per Gesetz 20 Jahre garantiert ist. Und ein Gesetz rückwirkend zu ändern, würde massive Rechtsunsicherheit bringen. Diese Einspeisevergütung entspricht einer Anschubfinanzierung, wie sie damals auch Atomkraft genoss - so wurde Atomstrom zu Beginn mit 101,6 Cent/kWh subventioniert! Es werden also Äpfel mit Birnen verglichen, denn will man eine neue, zukunftsorientierte Technologie fördern, dann kann man sie nicht mit einer Technologie am Ende ihres Lebenszyklusses vergleichen, deren Investitionen bereits abgeschrieben sind.
  • Wird die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung gestoppt, steigt der Strompreis nicht weiter, oder sinkt
    Das ist die größte "Lüge" von allem - denn die Einspeisevergütung kann nur für neue Anlagen gestoppt werden. Für bestehende gilt Bestandsschutz, und damit besteht die Zahlungsverpflichtung bis ins Jahr 2033.

Ansatzpunkte, um schnell und effektiv den Strompreis konstant zu halten:

  • Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom
  • Reduzierung der Ausnahmeregelungen für stromintensive Unternehmen (2013 wohl 4,3 Mrd. Euro)
  • Weitergabe der gesunkenen Einkaufspreise für Strom (2013 circa 3 Mrd. Euro geringere Ausgaben für die Stromkonzerne)

Ein schönes Zitat aus der "Sonne Wind & Wärme" 7/2013 bringt das Dilemma der EE auf den Punkt: "Die eigene Transparenz fällt den erneuerbaren Energien inzwischen zunehmend auf die Füße. Kein Manager der Energiekonzerne käme auf die Idee, seine Kosten und Gewinne auf der Stromrechnung aufzuschlüsseln. Die Kosten der Energiewende lassen sich aber vermeintlich in der EEG-Umlage ablesen, die jeder auf seiner Stromrechnung wiederfindet."

Quellen: Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien 2013, Fraunhofer ISE, eigene Recherchen


Strompreiszusammensetzung: 50 % sind Steuern und Abgaben

(11.6.2013) Im Vorfeld des Jahreskongresses der deutschen Energiewirtschaft (12. Juni in Berlin) veröffentlichte der Bundesverband der deutschen Energiewirtschaft BDEW aktuelle Zahlen zur Strompreisentwicklung.

Es gibt wenig Überraschendes: 50 % des Strompreises sind Steuern und Abgaben, u.a. auch die EEG-Umlage. Und dass der Strompreis seit 1998 massiv gestiegen ist, ist auch nicht neu. Interessant wird es beim genaueren Hinschauen und Interpretieren.

  1. Die privaten Haushalte werden mit insgesamt 7,2 Mrd. Euro aus der EEG-Umlage direkt belastet. Die Industrie sowie Gewerbe, Handel & Dienstleistungen sollten 10,8 Mrd. Euro tragen. Die sie aber auch schön auf den privaten Verbraucher übertragen ... dabei sind die von der EEG-Umlage befreiten Unternehmen gar nicht einbezogen. Hier besteht dringend Regulierungsbedarf.
  2. Aus der gesamten Höhe der EEG-Umlage mit 20,4 Mrd. Euro 2013 werden dann Schlagzeilen wie "Ökostromer kassieren in diesem Jahr 20,4 Milliarden" gemacht (welt.de, 11.6.2013). Dass die aber auch Investitionen und Kosten haben, wird nicht erwähnt. 
  3. Der Anteil für Strombeschaffung, Vertrieb, Service am Strompreis beträgt rund 30 %. Dabei hätten die Energieversorger diejenigen Preisbestandteile, die sie direkt beeinflussen können, konstant gehalten. Sprich: die niedrigeren Einkaufspreise an den Strombörsen wurden nicht weitergegeben! Und dass die Beschaffungskosten steigen würden, wenn man andere, nicht erneuerbare Rohstoffe einsetzt, das wird auch nicht gegengerechnet.

Gut der Anspruch des BDEW, bei der Jahrestagung neben dem Strom auch die Wärme mit zu behandeln: "Der Wärmemarkt muss als bedeutender Faktor bei der Realisierung der energie- und klimapolitischen Ziele stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Bundesregierung wolle hier fast die Hälfte der angestrebten Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen erreichen. Immerhin 40 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland entfallen auf den Wärmemarkt. Rund zwei Drittel der Heizungsanlagen im Gebäudebestand sind nicht auf dem Stand der Technik. Das CO2- Minderungs- und Energieeinsparpotenzial ist dementsprechend hoch. Gerade Erdgassystemlösungen wie die Erdgasbrennwerttechnik spielen hier eine Schlüsselrolle. Sie sind der Treiber für schnelle, wirksame und bezahlbare CO2-Absenkungen und Effizienzsteigerungen im Bestand. Gas-basierte Heizungstechnologien bieten die günstigsten CO2-Vermeidungskosten und stellen damit eine effiziente Form des Klimaschutzes dar. Erdgas ist ein Ermöglicher der Energiewende - nicht nur im Wärmemarkt", so Hildegard Müller, die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Quelle: BDEW http://www.udi.de/fileadmin/Medien_Allgemeine_Seite/gut-zu-wissen/BDEW2013.pdf


Knapp 380.000 Menschen arbeiteten 2012 im Bereich Erneuerbare Energien 

(12.4.2013) Direkt oder indirekt waren zum Jahresende 2012 genau 377.800 Menschen im Sektor Erneuerbare Energien beschäftigt.

Das ist  knapp 1 % weniger als 2011, aber immer noch eine beachtliche Zahl. 61 % waren im Anlagenbau tätig, rund ein Drittel immerhin schon im Bereich Anlagenbestan - Betrieb und Wartung.

Der Rückgang der Arbeitsplatzzahl erfolgte aufgrund Insolvenzen und Schließungen diverser Unternehmen. Leider ist hier auch 2013 eine negative Tendenz absehbar. Der Grund ist hinlänglich bekannt: die Rücknahme der staatlichen Förderung, sowie die auf den Markt drängenden Chinesen. 

Vorteil allerdings - diese Konsolidierung wird dann einen Industriezweig zurücklassen, der unabhängig von politischer Förderung sein wird.

Quelle Zahlen: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt


Energiewende vermeidet Kosten statt 1 Billion zu kosten 

(12.3.2013) Eine Billion Euro - diese unvorstellbar große Zahl geistert seit einigen Wochen durch die Medien. Der Bundesumweltminister, Peter Altmaier, hat sie genannt: soviel würde die Energiewende kosten ...

Wieder einmal zeigt sich: diese große Zahl erschlägt jeden, und bleibt im Gedächtnis hängen. Hinterfragt man sie aber, dann kommt Erstaunliches zustande!

Diese "1 Billion Euro Mehrkosten" basiert auf massiven Rechenfehlern, Ignorieren verschiedener Sachverhalte, und Weglassen kostenreduzierender Aspekte!

Greenpeace Energy und der Bundesverband Erneuerbare Energie haben dies durch eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Martwirtschaft (FÖS) bewiesen. Die Fakten:

  • Zukünftige Förderkosten zu hoch angesetzt: 16 Milliarden mal 10 Jahre sind 160, Altmaier hat 250 als Ergebnis ...
  • Zukünftige Förderkosten nochmal zu hoch angesetzt: Ökokraftwerke aus der Anfangszeit, ab 2002, fallen ab 2022 sukzessive aus der Förderung heraus, da die 20 Jahre um sind. Sie wurden allerdings weiterhin voll angesetzt ...
  • Nochmal zukünftige Förderkosten zu hoch: bei der Berechnung wurde das stetige Absinken der EEG-Förderung für neu ans Netz gehende Anlagen schlicht ignoriert.
  • Nachrüstkosten für bestehende Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke entstehen, wurden aber ebenfalls nicht einbezogen: hier entstehen knapp 50 Milliarden Euro
  • Vermeidung von Umweltschäden, vor allem durch Kohlekraftwerke und Atommüll: hier sprechen Studien von 362 Milliarden Euro, die gegengerechnet werden müssten.

Das Bundesumweltministerium selbst hatte übrigens in einer früheren Studie die Erzeugungskosten von erneuerbare-Energie- und konventionellen Kraftwerken verglichen und kam auf 203 Milliarden Euro - ohne die Einrechung der Vermeidung von Umweltschäden!

So kommt man bei genauem Nachrechnen statt auf eine Billion Mehrkosten auf eine Einsparung durch die Energiewende!


Staat hat durch EEG-Umlage über 6 Mrd. Euro kassiert

(25.2.2013) Was viele nicht wissen: Auch für die EEG-Umlage im Strompreis fällt die Mehrwertsteuer an. So kassiert der Staat kräftig mit, obwohl er an anderer Stelle öffentlichkeitswirksam über die "viel zu hohe" Belastung des Verbrauchers durch die EEG-Umlage schimpft.

Macht insgesamt seit dem Jahr 2000 rund 6,2 Mrd. Euro Einnahmen aus der Mehrwertsteuer, hat jetzt der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft errechnet. Und 2013 soll nochmal eine Milliarde dazu kommen ...

Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)


Bundesländer hätten mehr Spielraum bei Energiewende

(21.12.2012) Spitzenreiter Brandenburg, Schlusslicht Berlin - das ist das Ergebnis eines aktuellen Vergleichs. Die Bundesländer wurden anhand von 53 Indikatoren bewertet: energiepolitische Programmatik, Förderprogramme zu Grünstromtechnologien, Zielsetzung der Landesregierungen flossen ebenso ein wie gesellschaftliche Akzeptanz der Erneuerbaren Energien und Anzahl der privaten Ökostromkunden.

Fazit: Es wurde in einigen Bundesländern (wie Bayern, Platz 2 der Rangliste, vor Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg) viel getan, in anderen ist noch großes Potential vorhanden. In Berlin z.B. werden die vorhandenen Möglichkeiten kaum genutzt, ganz im Gegensatz zu Hamburg. Ebenfalls ein Stadtstaat, sind dort die klimaschutzbezogenen Umsätze und die Patentanmeldungen je Einwohner doppelt so hoch wie in der Hauptstadt. Trotzdem reichte es für Hamburg nur zu Platz 15, noch hinter dem Saarland.

Eine Schlüsselrolle für die weitere Entwicklung spielt die Bürokratie, vor allem die Genehmigungs- und Raumplanungsverfahren. Und hier will ja die Bundesregierung ansetzen, damit alle Bundesländer am gleichen Strang Richtung Energiewende ziehen.

Anteilig die meisten Ökostromkunden in Hessen
Im Bundesdurchschnitt bezogen 2011 bereits 18,9 % der Privathaushalte Ökostrom. Hier führt Hessen mit 28,1 %, während die Niedersachsen mit 12 % unterproportional vertreten sind. 

Studie: Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) 



Banken und Geldanlagen können "Klimakiller" sein

(2. November 2012) Wie das geht? In dem die Gelder der Anleger in Projekte wandern, die für den Klimaschutz kontraproduktiv sind. Aktuell hat die  Umweltorganisation urgewald eine Rangliste der größten "Klimakiller" veröffentlicht. Als Grundlage wurde untersucht, inwieweit die jeweilige Bank Finanzdienstleistungen für Unternehmen aus klimaschädlichen Branchen erbringt, von der Kreditvergabe bis zur Ausgabe und dem Besitz von Anleihen und Aktien. Solche Unternehmen sind z.B. Kohleproduzenten und Bergbaufirmen. Dabei wurde auch die Art der Förderung beachtet - in den Apalachen beispielsweise werden für die Kohlegewinnung ganze Bergspitzen weggesprengt, in anderen Ländern gibt es unterirdische Kohlebrände, deren giftige Dämpfe ganze Landstriche unbewohnbar machen ...

Hier die Liste der Klimasünder: 

  • Deutsche Bank
  • UniCredit/Hypovereinsbank
  • Commerzbank

Diese drei Banken sind übrigens auch genau die Banken, die 2011 die Rangliste der Kreditinstitute mit der größten Atomkraftunterstützung anführten .. 

Den vierten Platz belegt die Allianz. Diese argumentiert übrigens, dass sie ja auch sehr stark Erneuerbare Energien fördere ...

Mehr Informationen zum Thema bei urgewald

Und unsere Empfehlung: Nicht nur die Geldanlage selbst überprüfen, ob sie Ihren Ansprüchen an Klimaschutz genügt, sondern auch den Anbieter selbst. 


Erneuerbare Energien brachten 2011 wirtschaftlichen Überschuss

(12.9.2012) Im Jahr 2011 hatten Erneuerbare Energien allein im Strombereich positive wirtschaftliche Effekte von mindestens 21 Mrd. Euro.

Denn erstens wurden externe Kosten in Höhe von rund 8 Mrd. Euro vermieden. Externe Kosten sind Kosten, die für die Eindämmung oder Behebung (soweit möglich) von Klima- und Umweltschäden aufgetreten werden. Diese Kosten sind vor allem bei der Nutzung von Atomkraft schon fast gar nicht mehr zu berechnen ... denn wie will man die Natur- und Gesundheitsschäden bei einer Lagerung von mehreren tausend Jahren überhaupt hochrechnen?

Hinzu kommen zweitens vermiedene Energieimporte (Uran beispielsweise), die Kosten von 2,9 Mrd. Euro verursacht hätten.

Der dritte Effekt, der sich positiv bemerkbar macht, ist die kommunale Wertschöpfung (Arbeitsplätze bei Anlagebetrieben oder Handwerksbetrieben vor Ort sowie Steuereinnahmen für die Kommunen) in Höhe von 7,5 Mrd. Euro.

Zusammen mit diversen kleineren Effekten kommt die aktuelle Studie vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (in Zusammenarbeit mit anderen renommierten Forschungsinstituten, gefördert vom Bundesumweltministerium) so zu einer Gesamtsumme von 21 Mrd. Euro.

Auf der "Gegenseite" stehen die Kosten für die Erneuerbaren Energien - und die betrugen 2011 rund 13,5 Mrd. Euro (Zahlungen aus dem EEG).

Damit ist eindeutig: EE rechnen sich - der Überschuss von 7,5 Mrd. Euro im letzten Jahr spricht für sich.


Repowering verstärkt Effizienz Nutzung Windenergie

(17.7.2012) Auf der Nutzung der Windenergie ruhen die stärksten Hoffnungen und Erwartungen bei der Energiewende. Denn schon 2 % der deutschen Landfläche reichen bei Nutzung für Windstrom aus, um 65 % des deutschen Stromverbrauchs zu decken. Das hat der Bundesverband Windenergie errechnet.

Dabei wird verstärkt auch Repowering (neudeutsch für "Renovierung, Verstärkung" der Windkraftanlagen) gesetzt. Damit würde eine Halbierung der Anlagenzahl mit besserer Netzverträglichkeit, einer Verdoppelung der Leistung sowie einer Verdreifachung des Stromertrages einhergehen.

Klingt fast zu schön, um wahr zu sein? Ist aber Realität, denn schon 2011 wurden durch Repowering 116 Windanlagen mit 55 MW gegen 80 Anlagen mit 183 MW ausgetauscht.


Forcierung Erneuerbare Energien hat minimalen Kosteneinfluss bei Netzausbau

(10.7.2012) Die Horrormeldungen der letzten Wochen sind noch gut im Gedächtnis: "Netzausbau wegen Energiewende nötig!" "Erneuerbare Energien lassen Kosten für Netzausbau explodieren" und "Verbraucher zahlen über höheren Strompreis Netzausbau für Energiewende" ... das alles unterlegt mit Zahlen, die wirklich Angst machen konnten. Alle Medien schrieen auf, von Strompreisen bis zu 50 Cent die Kilowattstunde war schnell die Rede. 

Und nun? Ganz leise, kaum bemerkt von der Öffentlichkeit und den Medien, rudert die Bundesnetzagentur zurück. Alles nur ein Rechenfehler. Falsch angesetzt. Der geplante Ausbau des deutschen Stromnetzes sei deutlich günstiger als zunächst veranschlagt. 

Denn nun hat die Bundesnetzagentur in ihrer neuen Berechnung die prognostizierten Kosten für den Netzentwicklungsplan mit den Ausgaben verglichen, die ohnehin anstehen würden. Wie beispielsweise Kosten für den zunehmenden Stromaustausch im europäischen Binnenmarkt. Diese Kosten für grenzüberschreitende Interkonnektoren betragen bis 2022 1,8 Mrd. Euro, also 180 Mio. Euro pro Jahr. Andere ebenfalls unweigerlich anfallende Kosten wären 60 Mio. Euro jährliche Reparaturkosten.

Insgesamt rechnet die Bundesnetzagentur nun mit Kosten von mindestens 2 Mrd. Euro im Jahr 2022 für den Ausbau der Stromnetze, überirdische Trassen vorausgesetzt. Sowieso anfallen davon würden 1,2 Mrd. Euro.  

Und: Zusätzlich entstehen Ersparnisse durch die Vermeidung von Engpässen. Um die Netze bei Wind stabil zu halten, müssen die Betreiber Windparks abregeln und konventionelle Kraftwerke hoch- oder runterfahren. Die Kosten dafür liegen bereits im dreistelligen Millionenbereich. Bis 2022 könnten sie auf 800 Mio. Euro anwachsen, wenn die Netze nicht ausgebaut würden.

Die Bundesnetzagentur korrigierte sich übrigens nicht von selsbt, sie antwortete damit laut Financial Times Deutschland damit auf eine Anfrage des SPD-Energiepolitikers Ulrich Kelber.

Schade, dass die Korrektur nun nicht so reißerisch aufbereitet und verteilt wird ...

Der häufig gemachte Vorschlag, die neuen Stromtrassen statt wie bisher oberirdisch unter der Erde, z.B. entlang den Autobahnen, zu legen, würde je nach Gutachten übrigens das Vier- bis Zehnfache kosten.


Forcierung Erneuerbare Energien hat minimalen Kosteneinfluss bei Netzausbau

(10.7.2012) Die Horrormeldungen der letzten Wochen sind noch gut im Gedächtnis: "Netzausbau wegen Energiewende nötig!" "Erneuerbare Energien lassen Kosten für Netzausbau explodieren" und "Verbraucher zahlen über höheren Strompreis Netzausbau für Energiewende" ... das alles unterlegt mit Zahlen, die wirklich Angst machen konnten. Alle Medien schrieen auf, von Strompreisen bis zu 50 Cent die Kilowattstunde war schnell die Rede. 

Und nun? Ganz leise, kaum bemerkt von der Öffentlichkeit und den Medien, rudert die Bundesnetzagentur zurück. Alles nur ein Rechenfehler. Falsch angesetzt. Der geplante Ausbau des deutschen Stromnetzes sei deutlich günstiger als zunächst veranschlagt. 

Denn nun hat die Bundesnetzagentur in ihrer neuen Berechnung die prognostizierten Kosten für den Netzentwicklungsplan mit den Ausgaben verglichen, die ohnehin anstehen würden. Wie beispielsweise Kosten für den zunehmenden Stromaustausch im europäischen Binnenmarkt. Diese Kosten für grenzüberschreitende Interkonnektoren betragen bis 2022 1,8 Mrd. Euro, also 180 Mio. Euro pro Jahr. Andere ebenfalls unweigerlich anfallende Kosten wären 60 Mio. Euro jährliche Reparaturkosten.

Insgesamt rechnet die Bundesnetzagentur nun mit Kosten von mindestens 2 Mrd. Euro im Jahr 2022 für den Ausbau der Stromnetze, überirdische Trassen vorausgesetzt. Sowieso anfallen davon würden 1,2 Mrd. Euro.  

Und: Zusätzlich entstehen Ersparnisse durch die Vermeidung von Engpässen. Um die Netze bei Wind stabil zu halten, müssen die Betreiber Windparks abregeln und konventionelle Kraftwerke hoch- oder runterfahren. Die Kosten dafür liegen bereits im dreistelligen Millionenbereich. Bis 2022 könnten sie auf 800 Mio. Euro anwachsen, wenn die Netze nicht ausgebaut würden.

Die Bundesnetzagentur korrigierte sich übrigens nicht von selsbt, sie antwortete damit laut Financial Times Deutschland damit auf eine Anfrage des SPD-Energiepolitikers Ulrich Kelber.

Schade, dass die Korrektur nun nicht so reißerisch aufbereitet und verteilt wird ...

Der häufig gemachte Vorschlag, die neuen Stromtrassen statt wie bisher oberirdisch unter der Erde, z.B. entlang den Autobahnen, zu legen, würde je nach Gutachten übrigens das Vier- bis Zehnfache kosten.


Kommanditanteile: Testamentsvollstreckung auch im Handelsregister eintragen lassen

(2.5.2012) Immer mehr Anleger besitzen geschlossene Fonds. Insbesondere Solaranlagen, Windparks und Biogasanlagen werden häufig als solche Kommanditbeteiligungen angeboten. Was ist aber, wenn der Anleger stirbt und für sein Testament Testamentsvollstreckung verfügt hat?

Hier schaffte der Bundesgerichtshof Klarheit (BGH AZ II ZB 15/11 vom 14.2.2012). Wenn über den Nachlass eines Kommanditisten Dauertestamentsvollstreckung angeordnet ist, so ist auf Antrag des Testamentsvollstreckers ein Testamentsvollstreckervermerk in das Handelsregister einzutragen.

Der Testamentsvollstrecker soll die letztwilligen Verfügungen des Erblassers zur Ausführung bringen. Nach § 177 HGB wird die Kommanditgesellschaft beim Tod eines Kommanditisten mit den Erben fortgesetzt. Dabei geht der Kommanditanteil nicht im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die Erbengemeinschaft über. Vielmehr erwerben die zur Nachfolge des Kommanditisten bestimmten Erben im Wege der Sonderrechtsnachfolge jeweils eigenständige Gesellschaftsanteile im Umfang ihrer Erbquoten. Ist an dem Nachlass eine Testamentsvollstreckung angeordnet, erfasst sie auch diese im Wege der Sonderrechtsnachfolge übergegangenen Gesellschaftsanteile, sofern das im Gesellschaftsvertrag vorgesehen ist oder die übrigen Gesellschafter zustimmen. Allein der Testamentsvollstrecker ist - soweit der Erblasser ihm nicht nur beschränkte Rechte eingeräumt hat - nach §§ 2205, 2211 BGB befugt, die Rechte und Pflichten der Erben hinsichtlich des Kommanditanteils auszuüben und über den Anteil zu verfügen.

Das Handelsregister hat Publizitätsfunktion und soll der Öffentlichkeit ermöglichen, sich über die Rechtsverhältnisse u.a. von Gesellschaften zu informieren. Hierzu gehört auch, wer über Anteile einer Kommanditgesellschaft verfügen darf.

UDI rät allen Erben bei einem eingesetzten Testamentsvollstrecker, auf die Eintragung im Handelsregister zu achten. Denn diese hat auch Auswirkungen auf die Haftungsverhältnisse, also inwieweit Erben einer Kommanditbeteiligung haften müssen.


Energiewende zahlt sich aus

(12.4.2012) Die Energiewende ist machbar und zahlt sich aus, so das Ergebnis einer Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums. Renommierte Forschungsinstitute, namentlich das Fraunhofer IWES, das DLR, und das Institut für neue Energien, haben unter verschiedenen Szenarien die Ergebnisse der Energiewende bis zum Jahr 2050 berechnet.

Die Studie"Langfristszenarien und Strategien für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland" hat 345 Seiten; hier die Hauptergebnisse:

  • Anteil EE weit über gestecktem Ziel
    Nach den Ergebnissen der Studie liegt der Anteil erneuerbarer Energien im Strombereich 2020 in allen Szenarien mit rd. 40% deutlich über dem von der Bundesregierung gesetzten Ziel von 35%. Bereits im vergangenen Jahr lag der Anteil bei 20%. Für 2050 weisen die drei Hauptszenarien der Studie einen Anteil der erneuerbaren Energien von etwa 85% bis 87% aus. Auch die Erneuerbare-Energien-Ziele im Bereich Mobilität und Wärme werden demnach erreicht bzw. übertroffen werden.
  • Importe werden verringert
    Für 2030 wird gemäß den Ergebnissen der Studie erwartet, dass sich die Importrechnung Deutschlands durch verstärkte Nutzung erneuerbaren Energien bereits um etwa 30 bis 35 Mrd. Euro vermindert.
  • EE-Strom wird weitaus preiswerter als "fossiler" Strom
    So erwarten die Forscher für 2030 bei konsequenter Umsetzung der Ziele der Energiewende für Strom aus erneuerbaren Energien durchschnittliche Kosten von nur noch 7,6 Cent/kWh, während die Kosten für Strom aus Steinkohle und Erdgas dann bereits über 9 Cent/kWh.



Strompreise steigen wegen Kohlekraftwerken

(21.2.2012) Immer wieder müssen Erneuerbare Energien und die Umlage aus dem EEG als Grund dafür herhalten, dass Strompreise steigen. Dabei wird ein ganz anderer Grund in den nächsten Jahren Strom verteuern.

Denn der Großteil des deutschen Stroms stammt immer noch aus Braun- und Steinkohlekraftwerken. Und genau diese emittieren besonders viel CO2. Ab 2013 will die Europäische Union die Zahl der Emissionszertifikate verknappen. das heißt, im Emissionshandel muss mehr gezahlt werden, um weiterhin CO2 ausstoßen zu dürfen. Dreimal darf man dann raten, auf wen diese steigenden Kosten der Stromproduzenten umgelegt werden ... richtig, auf die Stromkunden!



Die Lüge vom Flächenschwund wegen Biogasanlagen

(3.2.2012) Und wieder einmal müssen die Erneuerbaren Energien als Sündenbock für etwas herhalten, was ganz andere Ursachen hat ....

"Der rasante Biogasanlagenausbau gefährde die Artenvielfalt in Deutschland", warnt das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Denn Biogasanlagen und deren Fütterung mit nachwachsenden Rohstoffen bedingen in den letzten Jahren einen hohen Grünlandumbruch. Das hieße, statt Grünflächen mit Pflanzen- und Artenvielfalt würde verstärkt Mais angebaut. Insgesamt hat sich laut BfN die Grünlandfläche in Deutschland zwischen 1990 und 2009 um 875.000 Hektar verringert. Aber sind Biogasanlagen wirklich die Ursache?

UDI wollte es genau wissen und hat recherchiert - mit erstaunlichem Ergebnis. Zwischen 2000 und 2009, also in den Jahren des Biogasanlagen-Booms, verringerten sich die Grünflächen nur um rund 373.000 Hektar. In den Jahren 1990 bis 1999 dagegen, als es nur wenige Biogasanlagen gab, betrug der Grünflächenschwund 504.000 Hektar - und damit 35 % mehr! 

Die Zahlen drängen den Eindruck auf, dass hier Meinungsmache gegen Erneuerbare Energien, in dem Fall Biogasanlagen betrieben werden soll. Aber Flächenschwund, Landschaftsversiegelung, Schwund der Artenvielfalt und Monokulturen haben viele Ursachen. Auch die zunehmende Intensivierung der Viehhaltung ist ein Grund. Denn in Regionen mit einer hohen Viehdichte, z. B. in Teilen von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, sind in den letzten Jahren viele neue Schweine- und Milchviehställe beantragt worden. Als Kraftfutter wird ebenfalls Mais oder Getreide eingesetzt.

Lassen Sie sich also nicht beirren, schauen Sie bei solchen Meldungen immer erst die tatsächlichen Zahlen an - denn die sprechen eine deutliche Sprache!


Deutschland zu 70 % abhängig von Energieimporten

(23.1.2012) Um den großen Energiehunger in Deutschland zu stillen, ist die Republik in hohem Maße abhängig von Energieimporten. Deutschland muss rund 70 % all seiner Energierohstoffe fossilen (Erdöl zu 98 %, Erdgas zu 85 %, Steinkohle zu 72 %) und atomaren (Uran zu 100 %) Ursprungs einführen. Diese Importe erfolgen teilweise aus sehr instabilen Räumen, man denke nur an Öl aus dem Iran. Das Thema Sicherheit der Energieversorgung erfährt in Deutschland durch die große Importabhängigkeit eine hohe Brisanz. In Euros ausgedrückt bedeuten die bundesdeutschen Energieimporte einen Gegenwert von rund 70 Milliarden, die derzeit bezahlt werden. Die Wertschöpfung wandert in die Exportländer und verbleibt nicht in Deutschland. 

Anders stellt sich das Thema der Energiesicherheit bei den erneuerbaren Energien dar: 2010 sind allein durch die Erzeugung von Strom mittels erneuerbarer Energien insgesamt 7,4 Mrd. Euro für fossile Energieimporte eingespart worden. Ein weiteres Plus: Die Wertschöpfung in der erneuerbaren Energiewirtschaft verbleibt in den Regionen. Denn der dezentrale Ausbau Erneuerbarer Energien sorgt für Beschäftigung, Einkommen und Steuereinnahmen für die kommunalen Kassen. Auf 8,9 Milliarden Euro beziffert das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) diese Wertschöpfungseffekte für das Jahr 2011.

Quellen: Deutsche Rohstoffagentur, Agentur für Erneuerbare Energien.


Google googelt erneuerbar

(09.11.2011) Seit 2004 gibt es das Wort "googeln" im Duden - wer redet noch von den ersten Internetsuchmaschinen wie Altavista, Eule oder Dino? Google ist ein Synonym für die Internetsuche geworden, ein wahrer Onlinegigant.

Wenige wissen, dass eine Stichwortsuche online viel Strom verbraucht. Und damit auch die CO2-Bilanz belastet.
2,25 Milliarden kWh Strom haben die Datenzentren von Google 2010 verbraucht, dabei sind 1,45 Mio. Tonnen CO2 frei geworden (Zahlen laut Google). Die Tendenz ist steigend, mit Google + soll ja jetzt Facebook überholt werden ... das bedeutet noch mehr online-Verkehr. Dieses gigantische Ausmaß ist auch dem Google-Gründer Larry Page bewußt. Hatte er doch 2007 gesagt: "Wir wollen unsere Kreativität dafür einsetzen, dass Strom aus erneuerbarer Energie preiswerter wird als aus Kohle erzeugter Strom."

Seitdem hat Google rund 780 Mio. Dollar in Solarkraftwerke und Windenergie investiert. Damit schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe: grüner Strom wird erzeugt, damit verbessern sie ihre Öko-Bilanz. Und sie verdienen Geld - durch Steuervergünstigen und gute Renditen. So meinte ein Unternehmenssprecher "Wir würden diese Investition nicht tätigen, wenn sie nicht aus Unternehmenssicht sinnvoll wäre."

Gut für die Erneuerbaren, denn Google hat sich schon sehr oft als Vorreiter erwiesen!


Zwei von drei Anlegern ist Nachhaltigkeit wichtig

(25.08.2011) Nach einer aktuellen Online-Umfrage des DDV (Deutscher Derivate Verband) ist die Zahl der Geldanleger, für die ethische / soziale und ökologische Aspekte bei ihrer Anlageentscheidung eine Rolle spielen, weiter gestiegen. Nur 38 % sagen dazu "nein" - 2009 waren es noch 55 %. Befragt wurden knapp 5.000 Anleger, meist gut Informierte, die selbst - ohne Berater - entscheiden.

Das heißt im Umkehrschluss, zwei von drei Anlegern berücksichtigen die Nachhaltigkeit bei ihrer Investition. Natürlich muss die Rendite dabei stimmen, bei immerhin 30 % steht sie an erster Stelle, der Nachhaltigkeitsaspekt werde aber "auch" berücksichtigt.


Wie viel Biogas aus jeweils 1 Tonne Einsatzstoff entsteht

(27.07.2011) Je nach Art des Einsatzstoffes entsteht unterschiedlich viel Biogas. Aber was ist  nun "energiereicher"? Hühnermist oder Rindergülle? Mais oder Gras? Hier die Zahlen (Quelle: Verbraucherinformation Erdgas) - aus 1 Tonne Einsatzstoff entstehen jeweils ..... Kubikmeter Biogas:

Maissilage200
Grassilage170
Roggen-Ganzpflanzensilage160
Bioabfall100
Hühnermist80
Schweinegülle28
Rindergülle25

Erneuerbare Energien: Zeitpunkt Inbetriebnahme für Höhe Einspeisevergütung entscheidend

(27.06.2011) Im Laufe der Zeit gab und gibt es diverse Änderungen bei der Höhe der gesetzlich garantierten Einspeisevergütung für Strom aus Erneuerbaren Energien. Dabei richtet sich der endgültige Vergütungssatz nach dem genauen Datum der Inbetriebnahme der Anlage. Und er gilt dann für 20 Jahre.

Der Zeitpunkt, an dem der Solarpark, der Windpark oder die Biogasanlage zum ersten Mal Strom produziert, definiert die Inbetriebnahme. Dabei ist laut einem jetzt veröffentlichten Urteil des Bundesgerichtshofes (Az. VIII ZR 48/10) entscheidend, dass Strom erzeugt wird - unabhängig davon, ob dies aus technisch notwendigen Gründen erst einmal mit fossilen Brennstoffen geschieht. Die Richter werteten den technisch notwendigen Anfahrbetrieb bei einer Anlage, bei der zuerst mit Heizöl das Pflanzenöl auf die für den Betrieb notwendige Temperatur gebracht wurde, als "gültig" im Sinne der Stromerzeugung nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz.

Die Rentabilität einer Beteiligung an Erneuerbare-Energie-Anlagen hängt u.a. von der Höhe der Einspeisevergütung ab. Und hier können 3 Tage vor oder nach dem Jahreswechsel von entscheidender Bedeutung für die Ausschüttungen an die Anleger sein!


Auch Banken und Geldanlagen können "radioaktiv" sein

(Januar 2011) Die Frage "Wie radioaktiv ist meine Bank" beantwortet eine Verbraucherbroschüre der Umweltorganisation urgewald. Dabei wird untersucht, inwieweit die jeweilige Bank Finanzdienstleistungen für die Atomindustrie erbringt, von der Kreditvergabe bis zur Ausgabe und dem Besitz von Anleihen und Aktien.

"Während die Banken gerne und umfassend über ihr Engagement bei den Erneuerbaren reden, schweigen sie sich aus zu ihrer Finanzierung für die Atomindustrie. Dieses ‚Atomgeheimnis' wollen wir mit unserer Studie lüften," erklärt Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald.

Die "strahlenden" Sieger unter den deutschen Banken:

  • Deutsche Bank
  • Commerzbank
  • UniCredit/Hypovereinsbank

International führt die fanzösische Banque Paribas das Ranking an.

So unterstützen Anleger, die vielleicht gegen Atomkraft auf die Straße gehen, ungewollt mit ihren Geldanlagen dann doch die Atomindustrie. Deswegen unsere Empfehlung: Nicht nur die Geldanlage selbst überprüfen, ob sie Ihren Ansprüchen an "Atomkraft nein Danke" genügt, sondern auch den Anbieter selbst.


Atomstrom kostet die Deutschen über 300 Milliarden Euro staatliche Förderung!

(Oktober 2010) Überall liest man, dass Solarstrom die Stromkosten explodieren lässt. Diese Zahl, nämlich die EEG-Umlage, ist uns bewusst, weil sie auf der Stromrechnung ausgewiesen wird. 

Nicht nachvollziehbar, daher nicht so bekannt ist die Summe, die uns der Atomstrom kostet. Denn diese Kosten werden über Steuern usw. an den Bürger weitergegeben und sind nicht transparent. Greenpeace hat nachgerechnet: Es handelt sich um 304 Milliarden Euro staatliche Förderung!

Die gesamte Information und der Link zur Studie von Greenpeace ....