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Strompreise steigen wegen Kohlekraftwerken
(21.2.2012) Immer wieder müssen Erneuerbare Energien und die Umlage aus dem EEG als Grund dafür herhalten, dass Strompreise steigen. Dabei wird ein ganz anderer Grund in den nächsten Jahren Strom verteuern.
Denn der Großteil des deutschen Stroms stammt immer noch aus Braun- und Steinkohlekraftwerken. Und genau diese emittieren besonders viel CO2. Ab 2013 will die Europäische Union die Zahl der Emissionszertifikate verknappen. das heißt, im Emissionshandel muss mehr gezahlt werden, um weiterhin CO2 ausstoßen zu dürfen. Dreimal darf man dann raten, auf wen diese steigenden Kosten der Stromproduzenten umgelegt werden ... richtig, auf die Stromkunden!
Die Lüge vom Flächenschwund wegen Biogasanlagen
(3.2.2012) Und wieder einmal müssen die Erneuerbaren Energien als Sündenbock für etwas herhalten, was ganz andere Ursachen hat ....
"Der rasante Biogasanlagenausbau gefährde die Artenvielfalt in Deutschland", warnt das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Denn Biogasanlagen und deren Fütterung mit nachwachsenden Rohstoffen bedingen in den letzten Jahren einen hohen Grünlandumbruch. Das hieße, statt Grünflächen mit Pflanzen- und Artenvielfalt würde verstärkt Mais angebaut. Insgesamt hat sich laut BfN die Grünlandfläche in Deutschland zwischen 1990 und 2009 um 875.000 Hektar verringert. Aber sind Biogasanlagen wirklich die Ursache?
UDI wollte es genau wissen und hat recherchiert - mit erstaunlichem Ergebnis. Zwischen 2000 und 2009, also in den Jahren des Biogasanlagen-Booms, verringerten sich die Grünflächen nur um rund 373.000 Hektar. In den Jahren 1990 bis 1999 dagegen, als es nur wenige Biogasanlagen gab, betrug der Grünflächenschwund 504.000 Hektar - und damit 35 % mehr! Hier die Gesamtzahlen Grünflächenschwund je Jahr, Quellen sind das Statistische Bundesamt und das Landwirtschaftsamt.
Die Zahlen drängen den Eindruck auf, dass hier Meinungsmache gegen Erneuerbare Energien, in dem Fall Biogasanlagen betrieben werden soll. Aber Flächenschwund, Landschaftsversiegelung, Schwund der Artenvielfalt und Monokulturen haben viele Ursachen. Auch die zunehmende Intensivierung der Viehhaltung ist ein Grund. Denn in Regionen mit einer hohen Viehdichte, z. B. in Teilen von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, sind in den letzten Jahren viele neue Schweine- und Milchviehställe beantragt worden. Als Kraftfutter wird ebenfalls Mais oder Getreide eingesetzt.
Lassen Sie sich also nicht beirren, schauen Sie bei solchen Meldungen immer erst die tatsächlichen Zahlen an - denn die sprechen eine deutliche Sprache!
Deutschland zu 70 % abhängig von Energieimporten
(23.1.2012) Um den großen Energiehunger in Deutschland zu stillen, ist die Republik in hohem Maße abhängig von Energieimporten. Deutschland muss rund 70 % all seiner Energierohstoffe fossilen (Erdöl zu 98 %, Erdgas zu 85 %, Steinkohle zu 72 %) und atomaren (Uran zu 100 %) Ursprungs einführen. Diese Importe erfolgen teilweise aus sehr instabilen Räumen, man denke nur an Öl aus dem Iran. Das Thema Sicherheit der Energieversorgung erfährt in Deutschland durch die große Importabhängigkeit eine hohe Brisanz. In Euros ausgedrückt bedeuten die bundesdeutschen Energieimporte einen Gegenwert von rund 70 Milliarden, die derzeit bezahlt werden. Die Wertschöpfung wandert in die Exportländer und verbleibt nicht in Deutschland.
Anders stellt sich das Thema der Energiesicherheit bei den erneuerbaren Energien dar: 2010 sind allein durch die Erzeugung von Strom mittels erneuerbarer Energien insgesamt 7,4 Mrd. Euro für fossile Energieimporte eingespart worden. Ein weiteres Plus: Die Wertschöpfung in der erneuerbaren Energiewirtschaft verbleibt in den Regionen. Denn der dezentrale Ausbau Erneuerbarer Energien sorgt für Beschäftigung, Einkommen und Steuereinnahmen für die kommunalen Kassen. Auf 8,9 Milliarden Euro beziffert das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) diese Wertschöpfungseffekte für das Jahr 2011.
Quellen: Deutsche Rohstoffagentur, Agentur für Erneuerbare Energien.
Anteil Erneuerbare Energien liegt 2011 gleichauf mit Atomenergie
(12.12.2011) Dies ist das Ergebnis einer ersten Auswertung des Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR). Der Anteil, den die Erneuerbaren Energien am gesamten Strombedarf Deutschlands haben, liegt gesamt 2011 bei ca. 19 % bzw. rund 113 Milliarden kWh. Dagegen wurden "nur noch" ca. 110 Milliarden kWh Atomenergie erzeugt und verbraucht.
Weiterhin die wichtigste regenerative Stromquelle ist Windenergie mit 40 Milliarden kWh - das entspricht knapp 7 %. Die Nutzung von Sonnenenergie ist am stärksten gewachsen, Photovoltaik lieferte rund 18,5 Milliarden kWh (ein Plus von 58 % gegenüber dem Vorjahr).
Erneuerbare Energien vermieden 8,4 Mrd. Euro externe Kosten
(15.11.2011) Im Jahr 2010 sparten Erneuerbare Energien im deutschen Strom-, Wärme- und Verkehrssektor rund 118 Mio. Tonnen Treibhausgase ein; allein im Stromsektor waren es 74,9 Mio. Tonnen.
Damit wurden externe Kosten in Höhe von rund 8,4 Mrd. Euro vermieden. Externe Kosten sind Kosten, die für die Eindämmung oder Behebung (soweit möglich) von Klima- und Umweltschäden aufgetreten werden. Diese Kosten sind vor allem bei der Nutzung von Atomkraft schon fast gar nicht mehr zu berechnen ... denn wie will man die Natur- und Gesundheitsschäden bei einer Lagerung von mehreren tausend Jahren überhaupt hochrechnen?
Quelle der Zahlen: Renews Spezial, Kosten und Preise für Strom, September 2011, Agentur für Erneuerbare Energien
Google googelt erneuerbar
(09.11.2011) Seit 2004 gibt es das Wort "googeln" im Duden - wer redet noch von den ersten Internetsuchmaschinen wie Altavista, Eule oder Dino? Google ist ein Synonym für die Internetsuche geworden, ein wahrer Onlinegigant.
Wenige wissen, dass eine Stichwortsuche online viel Strom verbraucht. Und damit auch die CO2-Bilanz belastet.
2,25 Milliarden kWh Strom haben die Datenzentren von Google 2010 verbraucht, dabei sind 1,45 Mio. Tonnen CO2 frei geworden (Zahlen laut Google). Die Tendenz ist steigend, mit Google + soll ja jetzt Facebook überholt werden ... das bedeutet noch mehr online-Verkehr. Dieses gigantische Ausmaß ist auch dem Google-Gründer Larry Page bewußt. Hatte er doch 2007 gesagt: "Wir wollen unsere Kreativität dafür einsetzen, dass Strom aus erneuerbarer Energie preiswerter wird als aus Kohle erzeugter Strom."
Seitdem hat Google rund 780 Mio. Dollar in Solarkraftwerke und Windenergie investiert. Damit schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe: grüner Strom wird erzeugt, damit verbessern sie ihre Öko-Bilanz. Und sie verdienen Geld - durch Steuervergünstigen und gute Renditen. So meinte ein Unternehmenssprecher "Wir würden diese Investition nicht tätigen, wenn sie nicht aus Unternehmenssicht sinnvoll wäre."
Gut für die Erneuerbaren, denn Google hat sich schon sehr oft als Vorreiter erwiesen!
Stromverschwendung auf dem stillen Örtchen
(03.11.2011) Eine erschreckende Zahl: 270 Kilowattstunden Strom verbraucht eine japanische Toilette im Jahr! Denn die hat Sitzheizung, Warmwasserdusche, Gebläse und Musikanlage. Die "stillen Örtchen" verbrauchen 4 % des gesamten Stroms in japanischen Haushalten.
Dieser Stromverbrauch entspricht übrigens dem deutschen Gesamtverbrauch für PC, Fernseher und Herd zusammen! (Quelle: neue energie, Heft 08/2011)
Unsere Meinung: Das ist doch bizarr - neben dem Umstellen auf Erneuerbare Energien umstellen sollte Ziel im Sinne Klimaschutz sein, Strom zu sparen und nicht zu verschwenden ...
Deutschland exportiert weiterhin mehr Strom als es importiert
(23.09.2011) Im ersten Halbjahr 2011 wurden über die Stromnetze 23,9 Terawatt-Stunden (TWh, ein Terawatt ist eine Billion Watt) nach Deutschland eingeführt, 27,9 TWh wurden exportiert.
Das ist ein Exportüberschuss von 17 %. Dieser ist zwar gegenüber dem Vorjahr gesunken, dafür waren 2010 aber auch 8 AKW mehr in Betrieb, die jetzt nicht mehr am Netz sind.
Trotz Atomausstiegs fehlt es also nicht an Strom!
Zwei von drei Anlegern ist Nachhaltigkeit wichtig
(25.08.2011) Nach einer aktuellen Online-Umfrage des DDV (Deutscher Derivate Verband) ist die Zahl der Geldanleger, für die ethische / soziale und ökologische Aspekte bei ihrer Anlageentscheidung eine Rolle spielen, weiter gestiegen. Nur 38 % sagen dazu "nein" - 2009 waren es noch 55 %. Befragt wurden knapp 5.000 Anleger, meist gut Informierte, die selbst - ohne Berater - entscheiden.
Das heißt im Umkehrschluss, zwei von drei Anlegern berücksichtigen die Nachhaltigkeit bei ihrer Investition. Natürlich muss die Rendite dabei stimmen, bei immerhin 30 % steht sie an erster Stelle, der Nachhaltigkeitsaspekt werde aber "auch" berücksichtigt.
Wie viel Biogas aus jeweils 1 Tonne Einsatzstoff entsteht
(27.07.2011) Je nach Art des Einsatzstoffes entsteht unterschiedlich viel Biogas. Aber was ist nun "energiereicher"? Hühnermist oder Rindergülle? Mais oder Gras? Hier die Zahlen (Quelle: Verbraucherinformation Erdgas) - aus 1 Tonne Einsatzstoff entstehen jeweils ..... Kubikmeter Biogas:
Maissilage | 200 |
Grassilage | 170 |
Roggen-Ganzpflanzensilage | 160 |
Bioabfall | 100 |
Hühnermist | 80 |
Schweinegülle | 28 |
Rindergülle | 25 |
Warum der Strompreis wirklich steigt
(06.07.2011) Die Energiewende ist am steigenden Strompreis schuld ... so oder so ähnlich lesen wir es immer wieder. Das EEG und das Abschalten der Atomkraftwerke wird gern als Sündenbock genommen. Was stimmt? Hier stellt das Stromvergleichsportal Verivox, die seit Jahren die immer neuen kreativen Begründungen der Stromanbieter für Preiserhöhungen verfolgen, einmal die Tatsachen zusammen:
"Die durchschnittlichen Strompreise für private Verbraucher sind in den letzten Jahren stets im einstelligen Prozentbereich angestiegen. Zu viele Verbraucher akzeptieren die Erhöhungen ohne Weiteres", sagt Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox. "So ist die alljährliche Preiserhöhung zu einem liebgewonnenen Ritual der Energiewirtschaft geworden. Einzig die Begründungen ändern sich von Jahr zu Jahr."
Verbraucherpreise und Großhandelspreise
Gegenwärtig bezahlt ein Musterhaushalt laut Verivox-Verbraucherpreisindex Strom einen Endpreis von 24,68 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Preis kann in drei große Blöcke eingeteilt werden: Steuern (45 Prozent), Netzentgelte (23 Prozent) und Großhandel (32 Prozent).
Die Kosten, die von den Stromanbietern aktiv beeinflussen werden können, machen nur rund ein Drittel des tatsächlichen Endpreises aus. Darunter fallen die Beschaffungskosten, der Vertrieb und die Gewinnmarge. Ob und wie sehr die Abschaltung der Atomkraftwerke die Beschaffungspreise verteuert, ist stark umstritten.
Das Wuppertal Institut hat die unterschiedlichen Prognosen verglichen und kommt zu dem Schluss, dass die maximalen Zusatzkosten für die schnelle Abschaltung der Atomkraftwerke nicht mehr als 0,5 bis 1 Cent pro kWh im Großhandel betragen würden, was einer Verbraucherpreiserhöhung von rund 5 Prozent entspricht. Doch diese Änderung dürfte erst in einigen Jahren bei den Verbrauchern ankommen.
„Wenn in der Vergangenheit die Großhandelspreise gesunken sind, haben die Stromanbieter immer versichert, dass sie für mehrere Jahre im Voraus einkaufen und es keinen Spielraum für Preissenkungen gibt. Daher wäre es seltsam, wenn kurzfristige Preissteigerungen nun sofort weitergegeben werden müssten“, sagt Reese.
Hintergrund: Wie sich der Strompreis zusammensetzt
Steuern
Den größten Teil des Strompreises bekommt der Staat. Fast die Hälfte der Gesamtkosten wird für Stromsteuer, Konzessionsabgaben, KWK-Abgabe und EEG-Umlage fällig. Ganz am Ende werden auf den Nettopreis noch einmal 19 Prozent Mehrwertsteuer erhoben. Der Staat besteuert den Strom also mehrfach.
Netzentgelte
Die Kosten für die Nutzung der Stromleitungen werden von der Bundesnetzagentur reguliert. Die Netzbetreiber drängen darauf, die Netzentgelte erhöhen zu dürfen, da der Ausbau der Erneuerbaren Energien zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur notwendig macht. Diese zwangsläufigen Belastungen waren bereits vor der Kehrtwende der Bundesregierung in Sachen Atomkraft bekannt.
Großhandel
Die maßgeblichen Großhandelspreise für Strom entstehen an der Leipziger Rohstoffbörse EEX. Dort wird Strom mit verschiedenen Lieferdaten gehandelt, beispielsweise für den nächsten Tag, die nächste Woche, den nächsten Monat oder das folgende Jahr. Nach der Verkündung des Atom-Moratoriums durch die Bundesregierung sind die Preise für die an der EEX gehandelten Produkte zwischen 0,6 und 0,8 Cent/kWh angestiegen. Stromhändler gehen davon aus, dass die dauerhafte Abschaltung der sieben ältesten Atomkraftwerke so bereits vollständig eingepreist worden ist.
Erneuerbare Energien: Zeitpunkt Inbetriebnahme für Höhe Einspeisevergütung entscheidend
(27.06.2011) Im Laufe der Zeit gab und gibt es diverse Änderungen bei der Höhe der gesetzlich garantierten Einspeisevergütung für Strom aus Erneuerbaren Energien. Dabei richtet sich der endgültige Vergütungssatz nach dem genauen Datum der Inbetriebnahme der Anlage. Und er gilt dann für 20 Jahre.
Der Zeitpunkt, an dem der Solarpark, der Windpark oder die Biogasanlage zum ersten Mal Strom produziert, definiert die Inbetriebnahme. Dabei ist laut einem jetzt veröffentlichten Urteil des Bundesgerichtshofes (Az. VIII ZR 48/10) entscheidend, dass Strom erzeugt wird - unabhängig davon, ob dies aus technisch notwendigen Gründen erst einmal mit fossilen Brennstoffen geschieht. Die Richter werteten den technisch notwendigen Anfahrbetrieb bei einer Anlage, bei der zuerst mit Heizöl das Pflanzenöl auf die für den Betrieb notwendige Temperatur gebracht wurde, als "gültig" im Sinne der Stromerzeugung nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz.
Die Rentabilität einer Beteiligung an Erneuerbare-Energie-Anlagen hängt u.a. von der Höhe der Einspeisevergütung ab. Und hier können 3 Tage vor oder nach dem Jahreswechsel von entscheidender Bedeutung für die Ausschüttungen an die Anleger sein!
So wird der Strom im Haushalt verbraucht
(17.06.2011) Denkt man über die größten Stromfresser im privaten Haushalt nach, so kommt vielen Leuten spontan Fernseher, Wäschetrockner oder PC in den Sinn. Mitnichten, ganz andere Geräte und Aktivitäten haben wesentlich größeren Anteil am Stromverbrauch:
Geschirrspülen | 3 % |
Waschen / Trocknen | 6 % |
TV, Video, Audio, PC | 6 % |
Beleuchtung | 7 % |
Kochen | 8 % |
Warmwasseraufbereitung | 11 % |
Kühlen und Gefrieren | 16 % |
Heizung | 17 % |
Sonstiges | 26 % |
Gezieltes Kaufen von energiesparenden Geräten, bzw. einfache Verhaltenstipps bringen Stromeinsparungen. So haben diese Maßnahmen beim Kühlen / Gefrieren folgende Auswirkungen auf den Stromverbrauch:
Kühltemperatur 3 statt 7 Grad | 13 % höherer Verbrauch |
Kühltemperatur 5 statt 7 Grad | 10 % höherer Verbrauch |
Defekte Türdichtung | 5 % höherer Verbrauch |
Kühlschrank nur halb voll | 5 % höherer Verbrauch |
1 cm Eisschicht im Gefrierfach | 5 % höherer Verbrauch |
Einstellen noch warmer Speisen | 5 % höherer Verbrauch |
Umgebungstemperatur 21 statt 25 Grad | 16 % niedrigerer Verbrauch |
Umgebungstemperatur 17 statt 25 Grad | 32 % niedrigerer Verbrauch |
Umgebungstemperatur 13 statt 25 Grad | 53 % niedrigerer Verbrauch |
So lohnt es sich massiv, die Gefrierkombination im Keller statt oben in einem Wirtschaftsraum aufzustellen ...
Neben den positiven Auswirkungen auf Ihren Geldbeutel hat das Stromsparen natürlich auch gute Folgen für das Klima: Der CO2-Ausstoß verringert sich.
Entwicklung Stromerzeugung aus EE: Wind und Wasser stagnieren
(10.05.2011) Das Bundesministerium für Umwelt veröffentlichte jetzt den Erfahrungsbericht 2011 zum Erneuerbare-Energien-Gesetz 2011 (Entwurf). Wir haben ihn aufmerksam durchgelesen; es fanden sich sehr interessante Aussagen und Grafiken.
Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch hat sich in den letzten 10 Jahren fast verdreifacht, auf 16,8 % 2010. Dabei stagnierte die Nutzung der Wasserkraft im Prinzip seit langen Jahren, während Wind nach seinem höchsten Werte 2008 keine Zuwächse mehr verzeichnet.
Hier sieht auch Röttgen den Hauptansatzpunkt: "Handlungsbedarf besteht vor allem dort, wo der Ausbau [der EE] nicht die erforderliche Dynamik entfaltet hat. Dies ist insbesondere bei der Windenergie auf See der Fall. Mit einem erwarteten Anteil von 35 bis 40 % an der inländischen Stromerzeugung stellt sie perspektivisch die wichtigste Säule der Stromversorgung dar."
Daneben soll Biomasse ausgebaut und gezielter gefördert werden. Eine erhöhte Rohstoffvergütung für ökologisch vorteilhafte Stoffe (Gülle, Zwischenfrüchte usw.) sei vorgesehen.
Deutschland ist Strom-Exportland
(15.04.2011) In den letzten Tagen wurde in den Medien kolportiert, dass wir jetzt - nach Abschaltung von 7 AKWs während des Moratoriums - gezwungen sind, unseren Strom zu importieren. Ein beliebtes Argument der Atomstrom-Lobby: Lieber eigenen Atomstrom erzeugen und verbrauchen, als den "benötigten" Atomstrom dann aus Frankreich oder Tschechien importieren zu müssen. Und müssen muss man ja angeblich, weil wir sonst nicht genug Strom hätten ...
Fakt ist: Mit einem Exportüberschuss von jährlich bis zu 22 Milliarden Kilowattstunden ist Deutschland einer der größten Stromexporteure Europas. Strom wird europaweit gehandelt; Deutschland importiert und exportiert Strom. Detailinformationen und die Auflistung einer Musterstunde sehen Sie bei sonnenseite.de.
Gemessen wird nicht allein der Durchschnittsbedarf. Relevant ist, dass Spitzenzeiten abgedeckt werden können. Und das können wir hier in Deutschland locker mit unserer Stromerzeugung. Das European Network of Transmission System Operators for Electricity (Entsoe) stellt über die Spitzenlast regelmäßig Berechnungen an. Demnach ist der Energiebedarf werktags gegen Mittag am höchsten. Die Spitzenlast steigt dann oft auf 80 Gigawatt und noch leicht darüber. Doch die deutschen Kraftwerke haben eine deutlich höhere Kapazität. Sie lag Ende 2009 bei rund 140 Gigawatt, das ist mehr als das Anderthalbfache! Dazu trägt Atomkraft gerade mal 20,3 Gigawatt bei. Auch wenn aktuell 8 der 17 AKW nicht laufen, bleibt immer noch mehr als genug, um weiter zu exportieren.
Öko-Anteil an Stromkosten wurde für 2010 zu hoch angesetzt
(22.03.2011) 2010 wurde weniger Solarstrom als erwartet neu installiert. Dieser Prognosefehler führt zu einer höher als notwendigen Umlage und damit im Endeffekt zu überhöhten Stromrechnungen.
Im vergangenen Jahr wurden weniger Solarstromanlagen neu installiert als angenommen. Demnach gingen in 2010 Solarstromanlagen mit einer Leistung von insgesamt etwa 7.400 Megawattpeak (MWp) neu ans Netz. Die Übertragungsnetzbetreiber hatten zuvor mit 9500 MWp gerechnet. In der Folge dieses Prognosefehlers wurden die Stromtarife für die Mehrzahl der Verbraucher angehoben.
An der (überhöhten) Prognose-Zahl der Übertragungsnetzbetreiber bemisst sich die Solarstrom-Umlage, die Verbraucher in diesem Jahr zusammen mit dem Strompreis für den Ausbau des Ökostroms zahlen.
"Die Kunden müssen in diesem Jahr also zu tief für den Solarstrom in die Tasche greifen", erklärt Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). Seiner Meinung nach seien die Stromversorger in der Pflicht, den Bürgern die zu viel gezahlte Umlage für 2012 gutzuschreiben. Ob das erfolgt, steht wohl eher in den Sternen ...
Der "Sündenbock für Strompreiserhöhungen", die finanzielle Umlage für den Ausbau Erneuerbarer Energien, beträgt 2011 je Kilowattstunde 3,5 Cent; sie wird von den Übertragungsnetzbetreibern jährlich für das Folgejahr berechnet. Dabei sind in den 3,5 Cent in diesem Jahr 1,7 Cent Solarstromumlage enthalten, nach rund 1,0 Cent in 2010. Realistisch wären nach vorläufigen Schätzungen des BSW-Solar nur auf etwa 1,4 Cent gewesen.
Eine Kuh reicht für einen sparsamen Single ....
(07.03.2011) .... jetzt mal nicht mit Milch, Butter sowie Fleisch, sondern quasi "mit dem anderen Ende". Nämlich dem, was hinten bei der Kuh herauskommt.
Eine mittlere Milchkuh "liefert" im Jahr ca. 25 Kubikmeter Gülle. Verarbeitet man diese Gülle in einer Biogasanlage, so können daraus 1000 - 1300 kwh Strom erzeugt werden. Das reicht aus, einen sparsamen Single ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.
Auch Banken und Geldanlagen können "radioaktiv" sein
(Januar 2011) Die Frage "Wie radioaktiv ist meine Bank" beantwortet eine Verbraucherbroschüre der Umweltorganisation urgewald. Dabei wird untersucht, inwieweit die jeweilige Bank Finanzdienstleistungen für die Atomindustrie erbringt, von der Kreditvergabe bis zur Ausgabe und dem Besitz von Anleihen und Aktien.
"Während die Banken gerne und umfassend über ihr Engagement bei den Erneuerbaren reden, schweigen sie sich aus zu ihrer Finanzierung für die Atomindustrie. Dieses ‚Atomgeheimnis' wollen wir mit unserer Studie lüften," erklärt Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald.
Die "strahlenden" Sieger unter den deutschen Banken:
- Deutsche Bank
- Commerzbank
- UniCredit/Hypovereinsbank
International führt die fanzösische Banque Paribas das Ranking an.
So unterstützen Anleger, die vielleicht gegen Atomkraft auf die Straße gehen, ungewollt mit ihren Geldanlagen dann doch die Atomindustrie. Deswegen unsere Empfehlung: Nicht nur die Geldanlage selbst überprüfen, ob sie Ihren Ansprüchen an "Atomkraft nein Danke" genügt, sondern auch den Anbieter selbst.
Atomstrom kostet die Deutschen über 300 Milliarden Euro staatliche Förderung!
(Oktober 2010) Überall liest man, dass Solarstrom die Stromkosten explodieren lässt. Diese Zahl, nämlich die EEG-Umlage, ist uns bewusst, weil sie auf der Stromrechnung ausgewiesen wird.
Nicht nachvollziehbar, daher nicht so bekannt ist die Summe, die uns der Atomstrom kostet. Denn diese Kosten werden über Steuern usw. an den Bürger weitergegeben und sind nicht transparent. Greenpeace hat nachgerechnet: Es handelt sich um 304 Milliarden Euro staatliche Förderung!
Die gesamte Information und der Link zur Studie von Greenpeace ....




